Port 2010 http://port2010.com #socialmedia #kulturhauptstadt #ruhr2010 posterous.com Sat, 18 Dec 2010 22:27:00 -0800 finale ruhr.2010 http://port2010.com/finale-ruhr2010 http://port2010.com/finale-ruhr2010

Finale_ruhr
Hafen der Kulturhauptstadt verabschiedet sich mit ITHAKA Ithaka: Die alte Heimat, die für Odysseus nach knapp 10jährigen Reise durch die Welt und nach den Abenteurern doch wieder neu ist. Zusammen mit dem Tim Isfort Orchester flocht Erzähler Christian Brückner vereint mit den Illuminationen eine Geschichte, die Abschied und Aufbruch zugleich in sich vereinigte.

Finale_ruhr

Licht und Nebel wandern über den Innenhafen, untermalen die Geschichte des Jünglings, dessen Dorf nach einem Erdbeben zerstört ist und dessen Toten nicht begraben werden können. Denn es mangelt an Blumen und eine Bestattung ohne Blumen, eine Verwandlung ohne Heiterkeit ist nicht möglich. Das Märchen des Jünglings, das vom Tim Isfort Orchester begleitet wird, hat auf den ersten Blick nichts mit dem Mythos von Odysseus zu tun. Ebensowenig wie die Musik des Orchesters während der Performance klassisch klingt – gekonnt changiert das Orchester zwischen Free-Jazz-Elementen, experimentellen Blockflötenklängen, harmonischen Streicherepisoden. Die Musik kommentiert die Geschichte zwar, lässt aber auch Raum genug für die Bilder, die im Kopf des Zuschauers geschehen.

Jüngling und Odysseus – beide Charaktere erleben eine Reise, die eine Anfangspunkt und einen Endpunkt hat und hier findet sich das zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört. Während der Jüngling aber von Vogelschwingen fortgetragen wird, ist Odysseus mit seinem Schiff und seiner Mannschaft auf dem Meer unterwegs gewesen um am Ende in den sicheren Hafen zu kommen. Der Gedanke des Abschieds hallt in der Musik der Performance zum Ende wieder: „Komm, Trost der Welt“ von Eichendorff in der Vertonung von Christian Lahusen fasst die melancholische Schwere des Abschieds zusammen. Mehrmals ertönt die Hauptmelodie, fließt über den Innenhafen hinweg und immer wieder wird sie neu begleitet. Manchmal melodisch, dann aber auch wieder mit Irritationen und feinen Disharmonien. Ob der sichere Hafen erreicht ist, steht noch auf der Kippe. Das ändert sich erst wenn die Gesangsstimme dazukommt.

Eichendorffs zutiefst romantischer Text unterstreicht den poetischen Gehalt der Performance: Der wandermüde Schiffer singt Gott sein Abendlied über das Meer hinweg. Der Zielpunkt ist erreicht und so fließt die von Christian Brückner zitierte Stelle aus dem 23. Gesang der Odyssee schlussendlich ein in die Abschiedsstimmung des Abends: „Zuletzt wird außer dem Meere Kommen der Tod und mich, von hohem, behaglichem Alter Aufgelöseten, sanft hinnehmen, wann ringsum die Völker Froh und glücklich sind“.

 

Medien: Christoph Müller-Girod
Autor: Christian Spließ 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Thu, 28 Oct 2010 14:35:00 -0700 mehr licht! http://port2010.com/mehr-licht http://port2010.com/mehr-licht

Gunter_grass__christoph_muller-girod_1315

Eine ausverkaufte Industrie- Halle im Duisburger Landschaftspark Nord wartet gespannt auf den 1927 in Danzig geborenen Schriftsteller, Bildhauer und Grafiker Günter Grass, der pünktlich, mit einer ausklingenden Erkältung, im Rahmen des Kulturhauptstadt Projekt "Mehr Licht! Die Europäische Aufklärung weiter gedacht", an das mit einer Flasche edler Flüssigkeit verzierte Pult tritt. Seine begrüßenden Worte zollen den tragischen Ereignissen ebenso gefühlvoll wie kritisch Tribut und zeugen von einer langen Verbundenheit mit der Region.

Gunter_grass__christoph_muller-girod_1313

Anschließend konzentriert sich Grass auf die Brüdern Grimm, Hauptprotagonisten seines jüngsten Werkes. Der Zuhörer taucht in eine Zeit ein, in der Zensur nicht durch ein Handy Video enttarnt oder umgangen werden konnte. Als ginge es darum der Metaphysik eine Daseinsberechtigung zu verleihen, so intensiv und mit fesselnder Stimme schildert Grass die Bemühungen der Brüder gegen gesellschaftliche Widrigkeiten ein umfassendes Wörterbuch zu erstellen. Buchstabe für Buchstabe wächst die Lust sich mit einer Sprache zu konfrontieren, die keine neudeutschen Kürzel oder Hektik kennt, sondern sich akribisch und liebevoll mit bekanntem und vergessen Vokabular auseinander setzt. Im Laufe der Lesung verschwimmen die Grenzen zwischen den Gebrüdern Grimm und Günter Grass, denn unbändige Leidenschaft für Literatur und Wissen vereinen den Autor und seine Figuren - Grimms Wörter erschienen im Steidl Verlag Göttingen 2010

Gunter_grass__christoph_muller-girod_1310

Ein wunderbarer Abend mit einer vollendeten Lesung und einem trotz angeschlagener Gesundheit stak präsenten Günter Grass, der es vermag mit leisen Worten Selbstgefälligkeit in gesunde Skepsis zu transformieren.

Gunter_grass__christoph_muller-girod_1316

Fotos / Text Christoph Müller-Girod

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 03 Oct 2010 23:11:00 -0700 die rote couch http://port2010.com/29623960 http://port2010.com/29623960

Horst_wackerbarth_by_christoph_muller-girod_305
"Here and there" heißt das aktuelle Projekt von Horst Wackerbarth, der seit knapp 30 Jahren mit seiner roten Couch durch die Welt reist. Die Ausstellungseröffnung war ein Publikums-Magnet. 

Wenn man mit der Roten Couch zu tun hat dann ist nichts so wie sonst. Auch am Abend der Ausstellungseröffnung war dies der Fall - angesichts der vielen Interessierten musste die Couch kurzerhand umziehen. Karl Janssen und Fritz Pleitgen zeigten sich dabei von ihrer starken Seite und halfen beim Tragen und Umstellen. 

Museumsdirektor Raimund Stecker betonte bei seiner Eröffnungssansprache, dass er sehr glücklich sei das Projekt im Hause zu haben. Die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um Integration habe man bei der Planung des Projekts vor zwei Jahren nicht ahnen können. Doch das Thema "Here and There" sei vor allem in Duisburg immer aktuell gewesen. "Es ist ein Versöhnungsprojekt". Man habe, so Stecker, auch eine Einladung an Thilo Sarrazin ausgesprochen, doch bisher noch keine Antwort erhalten. Mit dem Walter-Benjamin-Zitat "die Photographieunkundigen werden die Analphabeten der Zukunft sein" beschließt Stecker seine Rede. 

Horst Wackerbarth selbst war überrascht davon, wieviele Besucher sich an diesem Freitag-Abend im Museum versammelt hatten. Anstatt über seine Arbeit zu reden richtet der Künstler seinen Dank an alle Helfer, Sponsoren, ans Team. 

Später versammeln sich auf der umgestellten Roten Couch unter anderen Fritz Pleitgen und Karl Janssen. Der Kulturdezernent der Stadt Duisburg beantwortet die Frage, ob die großen Erwartungen an dieses Projekt erfüllt worden seine mit einen klaren Ja. "Die Couch berührt Gefühle", so Janssen und weist auf das Hauptthema der Integration hin - das international behandelt worden sei. Wackerbarth war nicht nur in Duisburg selbst unterwegs sondern auch in den Partnerstädten - Calais, Portsmouth, in den Honduras. "Es geht in erster Linie um den Dialog," so Janssen. 

Stecker selbst sieht die Rote Couch als Soziale Plastik, als aktives Momentum. So wie Joseph Beuys Fett verwendet habe um die Gesellschaft als liquide Masse abzubilden, so nutze Wackerbarth die Rote Couch um die verbindenden Element einer Gesellschaft darzustellen. "Personen, die sich sonst nichts zu sagen hätten bringt Wackerbarth mit seiner Arbeit zusammen und dies ist Kunst im besten Sinne." 

Dass hinter der Oberfläche eines Photos auch noch eine andere Ebene liegt, das wiederum ist ein Aspekt den Fritz Pleitgen hervorhebt - um dann auch auf Steckers Thesen einzugehen. Er selbst habe mit einer jungen Frau und deren Sohn auf der Couch gesessen und habe dabei erfahren, dass diese von einer Abschiebung in den Nordkaukasus bedroht sei. Dies sei momentan jedenfalls durch das tatkräftige Eingreifen vieler Menschen verhindert worden - "und auf einmal bekam dieses Bild," so Pleitgen, "eine politische Wirkung." Man spreche ja auch sehr gerne über kulturelle Vielfalt, doch die Schicksale, über die denke man dann kaum nach. 

Bis spät in den Abend hinein konnten sich die Besucher dann selbst von der Wirkung der großformatigen Fotographien überzeugen und vor allem von der Vielfältigkeit der Roten Couch - mal hängt diese über einer Erdspalte, dann wiederum ist sie in zwei Teile gespalten, steht auf dem Kopf oder versteckt sich inmitten eines Müllberges. Bis zum 09.11. ist "Here and there" noch zu sehen.

Making of "Here & There" Atellier Düsseldorf:

Making of "The Red Couch" Landschafts Park Duisburg Nord:

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 03 Oct 2010 10:08:00 -0700 ruhrligths twilights http://port2010.com/ruhrligths-twilights http://port2010.com/ruhrligths-twilights

Ruhrlights – Lichtspiele in der Dämmerung 

5020814834_b85d43ddbc_b
Bei „Ruhrlights: Twilight Zone“ verwandelte sich für einen Abend der Innenhafen in einen außergewöhnlichen Ort jenseits von Zeit und Raum. Internationale Lichtkünstler illuminierten dabei Synagoge, Tribüne und die Salvatorkirche. 

Netzlinien wabern über der halb fertig gebauten Tribüne am Innenhafen, verdichten sich, lösen sich auf, ballen sich zusammen. Währenddessen klingen von der anderen Seite des Innenhafens elektronische Klänge über das Wasser, Modularbeat nennt sich diese Installation die Klänge zusammen mit Licht koppelt. Eine begehbare Plastik, deren grelle Lichtimpulse die Massen anlocken. Eher ruhiger und besinnlicher dagegen als Ausgleich Richemonts „Mercaturm“, das bewußt am Ende der Führung durch den Innenhafen steht. Für einen Abend lang wandelt sich das Zwielicht, der Zustand zwischen Jetzt und Noch Nicht, in einen faßbaren, erlebbaren Sinneszustand.  

Dabei musste man sich mitunter auf die Lichtkunst einlassen, musste die Loops ein-, zwei- oder dreimal sehen bis sich die Absicht des Künstlers mitteilte. Insgesamt aber zeugte der große Zulauf bei den Ruhrlights von regem Interesse der Duisburger an der Lichtkunst als Thema, von der großen Neugierde und natürlich bot sich der Abend auch an um schließlich im Innenhafen bei einem Kaffee das gesehene zu reflektieren. 

Ruhrlights: Twilights“ - Am Ende die Hoffnung 

Eine atemberaubend schöne Reise durch die Geschichte unseres Landes bot im Rahmen von „Ruhrlights: Twilight Zone“ die Veranstaltung „Mercaturm“. Der Künstler Xavier de Richemont verwandelte die Mercatorfläche in ein spektakuläres Lichtfestspiel. 

Zu Beginn tanzen Lichtfunken über die Front der Salvatorkirche, verwirren sich ineinander, ein blauer Balken fährt in die Höhe. Wenige Minuten später: Blaue Lichtflächen und rote Fronten wogen gegeneinander und aus der Konfrontation erwächst der Schattenriss einer Blume, wuchert am Turm empor um für einen kurzen Moment zu verharren. Wasser und Feuer, Natur und Industrie, Zwang und Freiheit – das sind die Themen, die Richemont in eine überbordenden Detailfülle auf den Mercatorturm wirft. Man muss es auf sich wirken lassen, einmal oder zweimal den Loop am Abend anschauen. Erst allmählich wird klar, dass Richemont auch Bezug auf die Geschichte Deutschlands nimmt – erst gegen Ende wird das etwas offensichtlicher wenn die Fassade in Schwarz-Rot-Gold erstrahlt, die Staatssymbole der DDR und der BRD herabfließen. 

Ob Richemont zu Beginn der Installation sich auf die Schöpfungsbericht der Bibel bezieht? Möglich wäre dies, entstand das Werk doch zur Generalsynode der Evangelischen Kirche. Vor 400 Jahren wurden in Duisburg die Grundladen für die heutige evangelische Kirche im Rheinland gelegt. Der Einbezug des Mercatorturms der Salvatorkirche ist die sinnfälligere Referenz daran. Ebenso wie Richemont in den ruhigen Momenten die Struktur eines Kirchenfensters nachbildet, bevor die Farbquadarate verschwimmen und die Industrielle Revolution durch Zahnräder thematisiert wird. Ein weiterer Bezugspunkt zur Kirche selbst ist die Verwendung von Licht. Im Neuen Testament wird das Neue Jerusalem, das vom Himmel auf die Erde herabkommt als Stadt aus Licht, lichtdurchflutet geschildert. Kirchen haben immer versucht die Herrlichkeit des Lichts einzufassen – vor allem die gothischen Kathedralen. 

Richemonts Kunstwerk begreift aber auch die Geschichte Deutschlands – dann, wenn die blauen Lichtfarben als Wasser durch die Berliner Mauer fließen, wenn Stacheldraht sich öffnet und der Blick auf die „blühenden Landschaften“ freigegeben wird. Der Gegensatz zwischen Zwang und Freiheit wird auch deutlich durch das Gegenüberstellen von Natur und Industrie. Feuer verzehrt die Blumen, macht den Weg frei für die Inustrie und ihre Schornsteine. Blut fließt über die Fassade als sattes Tiefrot herab. Allerdings: Am Ende steht die Hoffnung, recken sich weite Sonnenblumenfelder gegen einen strahlendblauen Himmel. Ein schöner Ausblick auf die Zukunft. Hoffen wir, dass dies so wird wie die Kunst das an diesem Abend mit ihren Farben malt.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Mon, 20 Sep 2010 21:13:00 -0700 sinfonie der 1000 http://port2010.com/sinfonie-der-1000 http://port2010.com/sinfonie-der-1000

Www

Dramatische Gegensätze

Bei der Kraftzentrale den Überblick zu behalten ist kurz vor dem Beginn der Proben zu Mahlers 8. Sinfonie nicht einfach. Ein Stimmengewirr erfüllt die Halle, dabei sind im  Hintergrund erste Töne der Blechbläser zu hören während die Streicherabteilung sich nach und nach füllt. An diesem Freitag ist die Generalprobe von Mahlers “Sinfonie der 1000″ – unter der Leitung von Lorin Maazel.

Von Mahler selbst stammt der Beiname für seine 8. Sinfonie, die vor 100 Jahre uraufgeführt wurde, allerdings nicht. Durchgesetzt hat er sich trotzdem, denn die Sinfonie selbst erfordert eine Riesenheer an Musikern  – mindestens 50 Streichern, 40 Bläsern, dazu kommen Celesta, Orgel, Harfe, Holzbläser… Dieses Aufgebot zu oganisieren und den Überblick zu behalten ist, so ahnt der Beobachter es in diesen Minuten, eine wahre Herkulesaufgabe. Lorin Maazel  selbst wirkt in der Pressekonferenz allerdings ruhig und abgeklärt. Aufmerksam hört er den Fragen  zu, auf dem Tisch vor sich die Partitur von Mahlers 8. Sinfonie liegend. Es ist ein Werk mit Visionen, sagt er,  das Klangbild einer besseren Welt die Mahler hier gezeichnet hat.

Diese bessere Welt bricht über den Hörer des ersten Satzes gleich zu Beginn herein, wenn mit einem kräftigem “Veni” der Geist Gottes beschworen wird. Strahlende Blechgläser zeichnen hier das Bild der Dominanz und Gegenwart Gottes, während der Chor und die Solisten sich in den nächsten Minuten bis zum Ende des Satzes an den überlieferten Pingsthymnus halten werden. Es ist ein erstaunliches und außergewöhnliches Klangerlebnis, das dem Konzertbesucher geboten wird. Machtvoll klingt der Ruf der Gemeinde nach dem Heiligen Geist, duch dem Erst die Schöpung möglich wurde. Und hie öffnet sich der Gegensatz zwischen beiden Teilen: Während der mit knapp 20 Minuten kurz gehalten ist, greift Mahler für den zweiten Teil auf einen Text zurück, dessen Aussage den ersten eigentlich eher negiert. Währen der Hymnen-Text im katholischen Glauben wurzelt ist Goethes Schluss des Dramas “Faust II” alles andere als christlich zu deuten – selbst wenn Figuren auftauchen, die aus dem Gemälde des Glauben

Wer den ersten und zweiten Teil des “Faust” gelesen hat, wird tatsächlich von der kleinen Welt in die große und zurück geführt wie es im Vorspiel auf dem Theater angedeutet wird. Faust, der am Ende der Tragödie von seinen Helfershelfern verhöhnt wird, wird am Ende der Hölle entrissen. Die Begründung liefert Goethe gleich mit: “Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.” Was sicherlich zumindest den reformierten Gläubigen etwas sauer aufstoßen könnte… Streben nach dem Höheren gepaart mit der Unvernunft des Menschen ist nur ein Gleichnis, da es vergänglich ist. Zudem wird Faust vom “Ewig Weiblichem” hinan gezogen. Kurzum: Dramatischere Gegensätze lassen sich hier kaum vorstellen. Für diese Dramatik ist der Landschaftspark Nord mir dem Klanggehalt wie geschaffen.

Maazel dirigiert während der Probe gelassen und abgeklärt. “Als ich zum ersten Mal vor den über 1.300 Sängern und Musikern in der Kraftzentrale stand, wurde mir klar, dass das etwas Einzigartiges in meinem Leben ist, obwohl ich die Sinfonie Nr. 8 von Gustav Mahler bereits gut zehnmal dirigiert habe. Das Jubiläum der Uraufführung bietet eine tolle Gelegenheit, in Duisburg ein Meisterwerk zu feiern: Mahler hat die Vision einer besseren Welt vertont, wonach wir alle streben” würdigt Maazel die Gelegenheit.

Schlussendlich ist “alles Vergängliche nur ein Gleichnis”, so jedenfalls endet Goethes Drama und Faust, der irrende, erhebt sich in einem instrumentalem Höhenflug in den Himmel, das ewig Weibliche zieht ihn hinan. Drama, Kantate oder Oratorium – dieser zweite Teil ist nicht einfach zu fassen und es ist ratsam sich vor dem Anhören in den Text zu vertiefen – tut man dies abr so ist zumindest eines sehr klar: Packende, konsquenter und musikalisch vielseitiger ist kein anderes Werk der Klassik.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Wed, 01 Sep 2010 21:20:00 -0700 welturaufführung http://port2010.com/welturauffuhrung http://port2010.com/welturauffuhrung

1
1. Philharmonisches Konzert | Zweifache Titane

Ein Gigant, ein Hüne, ein Koloss – das alles schwingt mit wenn man das Wort Titan erwähnt. Schließlich sind die Titanen das erste Göttergeschlecht der griechischen Mythologie. Beim 1. Philharmonischen Konzert gab es gleich zwei Werke, die den Begriff der Größe beinhalteten – einmal die Welturaufführung des Konzerts für Klavier und Orchester von Tzvi Avni als Auftragswerk der Duisburger Philharmoniker. Und dann natürlich Mahlers erste Sinfonie in D-Dur, die den Titanen zweitweilig im Beinamen führte.

Bevor aber das 1. Philharmonische Konzert der 133. Saison mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebriden“ eröffnet wurde, gab es nachdenkliche Worte unseres Intendanten Dr. Alfred Wendel. Das Drama der Loveparade ist auch an unserem Orchester nicht vorübergegangen, auch wenn es mitten in der Ferienzeit passiert ist. Nicht auf den kurzfristigen Erfolg setzen sondern auf den langfristigen, auf die Förderung der Kultur in der Stadt, das Polieren der Schätze, die sich hier verbergen – dies legte unser Intendant den Stadtoberen ans Herz.

Auf den ersten Blick ist der Bezug zum Riesen und Titanen nicht in der Ouvertüre „Die Hebriden“ von Mendelssohn Bartholdy zu sehen und zu hören. Wasser wirbelt vorüber, ein Schiff scheint sich den Inseln westlich von Schottland zu nähern. Doch seit eh und jeh ranken sich Sagen und Legenden um diese Landschaften – so sollen die Basaltsäulen Schrittsteine für Riesen oder eben für Titanen gewesen sein. 1829 unternahm Mendelssohn Bartholdy eine Reise dahin. Sein Reisebereiter Klingenmann könnte das eigentliche Sujet für die Komposition geliefert haben. Er schreibt: „Das tat nämlich die Atlantische - das reckte seine rauschenden Fühlfäden immer ungeschlachter und quirlte immer mehr […] Ein grüneres Wellengetose schlug allerdings nie in eine seltsamere Höhle - mit seinen vielen Pfeilern dem Innern einer ungeheueren Orgel zu vergleichen, schwarz, schallend und ganz zwecklos für sich allein daliegend - das weite graue Meer darin und davor.“ Genau diese Eindrücke finden sich bei Mendelssohn – weite, sanfte Wellen, die allmählich aufbranden, stürmischer werden bis das Geheimnisvoll-Romantische aufscheint. Allerdings sollte man es mit einem Programm hier nicht so genau nehmen. Schließlich schrieb Mendelssohn selbst 1842: „Das was Musik ausspricht, sind mir nicht zu unbestimmte Gedanken, um sie in Worte zu fassen, sondern zu bestimmte“: Der Nachhall der Reise ist allerdings in diesem kleinem Werk deutlich zu spüren – und schließlich fanden schon 1829 die ersten Skizzen zur sogenannten „Schottischen Symphonie“ statt.

Drei Sätze hat das Konzert für Klavier und Orchester von Tzvi Avni, die einzelnen Satzüberschriften dienen schon als Charakteristiken für die Musik. Dabei ist es bemerkenswert dass anders als in der üblichen Vorstellung eines Klavierkonzertes das Klavier keine überwiegenden Solostellen aufzuweisen hat. Es ist eher so als wäre das Klavier ein weiteres Instrument unter vielen, dass allerdings des öfteren Dialoge mit den breit eingesetzten Schlagwerken. Im ersten Satz sind es dann tatsächlich auch „Confrontations“, dramatisch angelegte Stellen wechseln unvermittelt mit sanfteren. Die Tonsprache Avnis ist dabei modern, verbindet ungewöhnliche Harmonien miteinander, sie bleibt aber durchaus tonal und fassbar. Motive tauchen auf, kehren wieder – so die zu Beginn des ersten Satzes nach vorne drängengenden Streicher. Der zweite Satz ist ruhiger, in sich gekehrter - „Confession“ lässt Soloinstrumenten Raum, Melodien. Im dritten Satz legt zuerst das Klavier rasende Klangperlen hin bevor das Orchester einstimmt. „Youth Images“, die Bilder der Jugend ist dieser letzte Satz überschrieben und wenn einem Alter das Rasen und Stürmen ansteht, dann doch der Jugend. Wenngleich auch hier im dritten Satz sich auch ab und an etwas Ruhe findet so ist das Drängen der Ungeduld am Besten eingefangen. Sicherlich ist das Konzert eines, das man konzentriert anhören muss, das allerdings schon alleine wegen des Schlagwerk-Gebrauchs fasziniert. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass das Werk im Beisein des Komponisten in Duisburg seine Uraufführung feiern konnte.

Mahlers erste Sinfonie in D-Dur trug nach Jean Pauls Roman den Beinamen „Titan“, den Mahler allerdings später wieder zurückzog. Dennoch hat sich der Name für diese Sinfonie eingebürgert, deren dritter Satz mit der Umkehrung des Kanons „Bruder Jakob“ in einen Trauermarsch überrascht. Und nicht als einziger Satz Bezug auf ein Lied nimmt. Denn der erste Satz, der mit der nebelverhangenen Welt im Morgengrauen beginnt zitiert ausführlich die ersten Gedanken des Lieds „Ging heut morgen übers Feld“ aus den „Liedern eines fahrenden Gesellen“. Später noch wird im dritten Satz ein Motiv, das des „Lindenbaums“ aus „Die zwei blauen Augen von meinem Schatz“ zu hören sein. Zuerst aber führt uns Mahler spazieren – Morgendunst, erste Vögelklinge, der Fink und Uhu sind zu hören. Zwischendurch Jagdfanfaren und ruhigere Passagen, vielleicht ein Waldstück durch das der Weg führt.

Der zweite Satz übernimmt eigentlich die traditionelle Funktion des Dritten in einer Sinfonie: Das Scherzo. Wobei dieser Satz recht derb polternd daherkommt. Ein Walzer ist das nicht, eher ein Deutscher oder ein Ländler – das tanzt man in der Scheune, nicht im feinen Ballsaal. Da gehört dann eher schon das Trio hin, das zarte. Doch rasch wird es vom Ländler verdrängt.

Drei Themen begegnen uns im dritten Satz. Für uns überraschend taucht „Bruder Jakob“ hier in Moll auf. In Österreich allerdings wurde der Kanon durchaus auch in Moll gesungen, Mahler könnte ihn in dieser Form so gehört haben. Ein Trauermarsch, bei dem das Orchester in der Wiederholung gegen Ende etwas den Anschluss verloren zu haben scheint, so rasch rücken die Instrumente im Tempo dann auf. Klänge, die man sonst eher im Bereich des Klezmer, der Volksmusik Israels verorten möchte tauchen als zweites Motiv auf – das angsprochene „Lindenbaum“-Thema dann als drittes bevor der Trauermarsch zu Ende geht.

1

Der vierte Satz überbietet sich gerade mit Einfällen und Motiven, Mahler baut hier so viele musikalische Ideen ein dass man diesen Satz nicht nur drei- sondern am besten fünfmal hört. Erst dann wird auch klar, dass es hier durchaus eine Form gibt. Der Sonatenhauptsatz, allerdings stark variiert. Dennoch: Der Titan, der zu Anfang sich die Welt erobert hat, scheint im letzten Satz wie Kronos einst unter Zeus zu fallen. Ganz gegen Ende schiebt Mahler nochmal das Orchester an, die Hörner werden gerne stehend gespielt um das Schlussthema deutlicher hörbar zu machen. Mahler verwendet ohnehin ein sehr großes romantisches Orchester und nutzt das Fortissimo im vierten Satz gerne aus. Gewiß eine titanische Meisterleistung, die vom Orchester hier verlangt wird.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Tue, 17 Aug 2010 19:00:00 -0700 return of the pilots http://port2010.com/return-of-the-pilots http://port2010.com/return-of-the-pilots

Isea_2010_pk_19

ISEA 2010 – Return of the Pilots 

Eigentlich sind Piloten diejenigen, die im Cockpit vorne sitzen und genau darüber informiert sind wohin der Weg geht. Doch wenn im Rahmen der ISEA 2010, dem 16th International Symposium on Electronic Art, das Motto „Return of the Pilots“ ist, dann ist der Begriff Pilot eher im Sinn des französischen „Lotsen“ gemeint. Die ISEA 2010 als Ort an dem nach neuen Pfaden gesucht wird. 

Dabei verteilt sich das Programm vom 20. - 20. August auf Dortmund, Essen und Duisburg. Das Programm ist breit gefächert: Von Ingenieurskunst bis zu neuen Medien reicht das Programm. Dabei rückt für Duisburg nach den erfolgreichen Akzenten im Mai und Juni erneut Ruhrort in den Mittelpunkt – die ISEA 2010 findet hier einen Ankerpunkt und präsentiert hier Keynotes, Workshops und Filmbeiträge. Das Festival findet das erste Mal in Deutschland statt und seit 206 liefen die Vorbereitungen zusammen mit dem medienwerk.nrw an. In Duisburg selbst engagiert sich unter anderem die KulturWerft Ruhrort für die ISEA. 

Das Programm in Duisburg beschäftigt sich dabei unabhängig von tragischen tagesaktuellen Ereignissen mit dem Thema der Krisenbewältigung – ursprünglich wurde dies sogar als offizielles Thema gehandelt, aber dann entschied man sich aus verständlichen Gründen für „Return of the Pilotes.“ Stefan Riekeles, Programmleiter der ISEA, freut sich auf die Keynotesprecher, die er für Duisburg gewinnen konnte. So referieren Harald Welzer und Marko Peljhan über „Geo-Krisen: Vom Wissen zum Handeln“, widmen sich David d'Heilly und Fernando Garcia Dory „Globalen Inseln: Ruhrort, Tokio und die Schäfer der Welt“. 

Wer weniger sehen als vielmehr hören möchte, dem bietet das Programm der ISEA in Duisburg ausgewählte Höhepunkte aus dem HörspielWerkstatt-Programm des Deutschlandradios – so unter anderem „My father, the sea“ von Wolfgang Peter Menzel, das im Maschinenraum des Museumsschiffes Oskar Huber zu hören sein wird. Neben Hörspielkunst ist es der ISEA gelungen mit Charlemagne Palestine einen Musiker zu gewinnen, der der Orgel in St. Maximilian neue Töne entlocken wird. „Strumming“ nennt sich die Technik, die Palestine zur Erzeugung seiner 'resonant music' verwendet – schnelles Anschlagen der Orgeltastaturen erzeugen Klangschichtungen, die eine hypnotische Wirkung ausüben können. 

Vier Stunden Zeit nehmen sollte man sich dann für ein besonderes Highlight: „Welt am Draht“, der 1973 gedrehte Film von Rainer Werner Fassbinder wird im Lokal Harmonie gezeigt. Der Film, der die Hollywoodproduktionen „Matrix“ oder „13th Floor“ vorwegnimmt, war lange Zeit wegen rechtlichen Unklarheiten nicht auf DVD erhältlich. Die ISEA zeigt den Film in zwei Teilen mit englischen Untertiteln. 

Am Abend werden die Duisburger dann Teil der Lichtkunstinstallation „Reale Formulierungen“ von Siegrun Appelt. Als Stadt hat sich Duisburg der Kunst im öffentlichen Raum verschrieben – zuletzt deutlich sichtbar mit der Installation des David vor dem Lehmbruck-Museum – und mit der Künstlerin Siegrun Appelt möchte man die Mühlenweide als Ort in das Bewußtsein der Bürger rücken. Drei lichtstarke Schweinwerfer – 4000 bis 6000 Watt – werden am Abend des 28. Augusts Landmarkierungen der Mühlenweide in Szene setzen. Durch das extrem helle Licht wird ein sehr surrealer Raum entstehen, der sich durch das Licht verändern wird. Von der Brücke aus würde man auf das Gelände herabblicken können. Das Licht wird dabei den Raum verändern, eine emotionalphysische Wahrnehmung in Szene setzen. Dabei werden die Scheinwerfer weder per Hand noch durch den Zufall gesteuert werden. „Ein rein interaktives Programm wäre mir zu banal“, betont die Künstlerin Siegrun Appelt. Deswegen wird eine Programmschleife programmiert werden, etwa 20 bis 30 Minuten lang. Start der Installation ist 22:00 Uhr – das Ende wird etwa gegen 03:00 Uhr sein.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 18 Jul 2010 13:51:00 -0700 stillleben ruhrschnellweg http://port2010.com/stillleben-ruhrschnellweg http://port2010.com/stillleben-ruhrschnellweg

Img_2224

Still-Leben: Sommerfest auf der A40 

Vom Hubschrauber aus, so Hannelore Kraft, sei der Ausblick wirklich einmalig gewesen. Zusammen mit Fritz Pleitgen, Oliver Scheytt und dem NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger – laut seiner Aussage war dies sein erster Arbeitstag – eröffnete die NRW-Ministerpräsidentin die Mobilitätsspur.

Nach einem runtergezählten Countdown setzten sich die Fahrradfahrer und Skater dann in Bewegung – und erlebten auch heute das, was die A40 im Alltag oft und gerne auszeichnet: Den Stau. Doch irgendwie nahm man das heute gelassener hin als sonst. Schließlich gab es von der Bühne Duisburg-Häfen erst entspannende Klänge mit Trionova, dann gab Kai-Magnus Sting zusammen mit den Philharmonixx Gas. Bei diesen Klängen wartete man dann doch offenbar gerne. 

Ein Volksfest war es – die sonst so ungeliebte A40 mal wörtlich mit den Füßen treten zu dürfen anstatt sonst nur das Gaspedal, das war etwas was sich heute keiner nehmen lassen mochte. Ob jung oder alt, man schlenderte an den Tischen vorbei, sah sich das Angebot an – die Partylifter-Aktion für die Loveparade, die Monopoly-Ausgabe von Duisburg, die Seed-Bombs, in denen Pflanzensamen, Erde und Wasser enthalten war und die man als Guerilla-Gärtner auf die Randstreifen der A40 werfen konnte. Das Rikscha-Angebot wurden rege genutzt. Das Programm an diesem Tag war so vielfältig und bunt wie es der Alltag der Ruhris selbst ist. 

Was bleibt ist das Staunen – das Staunen darüber, dass aus einer „Schnapsidee“ ein Event geworden ist, dass für die Kulturhauptstadt in einem anderen Licht zeigte. Dass es friedlich zuging bei diesem Event, es gab weniger Unfälle als man erwartet hatte. Staunen auch über das, was man sonst im Vorbeifliegen mit dem Auto wahrnimmt: wie lange man doch braucht um eine Ausfahrt zu erreichen. Wann man denn wieder auf die Autobahn könne, fragte ein Kind seinen Vater. Dessen Antwort: „Vielleicht in hundert Jahren.“ Nach diesem friedlichem und bilderstarkem Signal für die Zusammenkunft des Ruhrgebiets könnte es allerdings weitaus eher passieren, dass es wieder heißt: „Still-Leben – Ein Tag auf der A40“.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 18 Jul 2010 11:29:00 -0700 stillleben programmvorschau http://port2010.com/stillleben-programmvorschau http://port2010.com/stillleben-programmvorschau

Fritzpleitgen

Das Ruhrgebiet, unendliche Weiten.

Nach einem halben Dutzend Pressekonferenzen in den letzten zwei Wochen, 2885 Beiträgen, die sich ausgiebig mit dem Projekt Still- Leben Ruhrschnellweg im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 auseinandersetzen und hunderter akkreditierter internationaler Journalisten, wird ein Umstand sehr deutlich - für das schönste Straßentheater der Welt ist kein Superlativ ausreichend. Die Einmaligkeit der längsten Kulturtafel der Welt, die unbeschreibliche Vielfältigkeit der Events, welche von einem Klavier auf der Autobahn über Fallschirmspringer auf dem Standstreifen bis zum Speeddating neben der Leitplanke reicht und über eine Millionen erwartete Besucher, verwandeln die Hauptschlagader des Ruhrgebiets am Sonntag, den 18. Juli in ein historisches Ereignis.


Von 11:00 - 17:00 Uhr wird die A40 zwischen Duisburg und Dortmund auf einer Länge von 60 km in beide Fahrtrichtungen gesperrt und den kreativen Teilnehmer zur Verfügung gestellt, die an 20000 Tischen, ein buntes Programm anbieten, dass seines Gleichen sucht - Fußball, Film, Geburtstage, Hochzeiten, Familientreffen, Bands, Rekordversuche, Konzerte und Bräuche aus aller Welt werden jeden überraschen, der Lust hat die wichtigste Verbindung der Region aus einer anderen, völlig neuen Perspektive zu erleben.


Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Mon, 12 Jul 2010 13:09:00 -0700 interfaces http://port2010.com/interfaces-22 http://port2010.com/interfaces-22

Interfacec_by_christoph_mueller-girod
Auf dem Weg ins Paradies 

Auf Nummer Sicher gehen? Leinen los und die Welt erkunden? Vorsorge treffen? Rucksack packen und los? Früher haben einen die Eltern den Weg unter die Füße gelegt, aber jetzt wo man erwachsen wird muss man sich selbst auf den Weg machen – auf den Weg in sein eigenes Paradies. 

„INTERFACES – Looking for Paradise...“ erzählt in drei Handlungsabschnitten von den Stationen auf dem Weg zu diesem ganz eigenen Paradies. Zuerst die Vergangenheit: Da schreibt ein Vater einen Brief an sein Kind über sein eigenes Leben, über die Arbeit im Ruhrgebiet. Passend dazu werden Videobilder an die Leinwand projeziert, untermalen Briefpassagen des Vaters. Immer wieder eingebettet sind Tanzsequenzen – Kohlefördern und Stahlgießen werden von den Jugendlichen in schwarzer Kleidung dargestellt. Das kulturelle Gepäck, dass jeder von uns mit sich herumträgt auf der Reise verdeutlichen Klezmerklänge, türkische Folkore und südamerikanische Musik. Von der Vergangenheit als Basis geht es auf die einzelnen Wege, die Möglichkeiten des Erwachsenwerdens. 

Dabei legt INTERFACES eindrucksvoll all das offen, was eigentlich jeder Mensch auf dem Weg  ins Leben erlebt. Der Freundeskreis, der einen Halt gibt, aber auch manchmal nervt, die Langeweile, die sich einstellt wenn man keine Perspektive sieht. Die nervende Familie, die weder den eigenen Musikgeschmack noch das an sich doch aufgeräumte Zimmer mag – sie steht hier für die Tradition, nachdem das Vertrauen auf die Freunde einen vielleicht doch nicht weitergebracht hat. Aber auch die Tradition ist nicht unbedingt der eigene Weg. Eindrucksvoll auf die Bühne bringt INTERFACES auch die Themen Mobbing und Gewalt, die Angst vor Einsamkeit und die Versuchungen, sich in der Gewalt an sich zu verlieren weil man ja sonst nichts weiter erreichen könnte. 

Die gewonnen Erkenntnisse aus diesen Wegen werden dann im dritten Teil des Werkes gezeigt: „Ruhe in dir und du wirst dein Glück finden“ etwa. Auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die Chancen in sich selbst und ein Ziel zu haben – wie groß oder klein das auch sein mag – gehören zu diesen Erkenntissen, die man auf dem Weg ins eigene Paradies gewonnen hat. Dass zu der Suche nach dem Glück, die der Chor im ersten Teil anspricht, auch die dunklen Seiten des Lebens gehören  verbirgt der letzte Teil sicherlich nicht. Er betont aber den Optimismus und die Erfahrung, dass das Leben letztendlich doch immer wieder positive Seiten hat. Man muss diese halt nur wahrnehmen. 

Musikalisch bietet das Stück eine große Bandbreite: Von Rap und Hip-Hop, über Big-Band bis zu den Duisburger Philharmonikern – Violinsolistin Gergana Gergova spielt einen Satz aus Korngolds Konzert für Violine und Orchester D-dur op. 35, zu dem dann der blaue Vogel – Anna Städtler – auf die Bühne kommt. Korngolds langjährige Arbeit an Filmen in Hollywood ist da eindeutig zu hören. Amateure und Profis, Sänger und Tänzer vereinen sich zum Schluss um die Schlussessenz des Weges zu ziehen: „Don't give up your dreams“ - gib deine Träume nicht auf. Mehrere Zugaben bewiesen, dass die Botschaft beim Publikum angekommen ist.

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Mon, 12 Jul 2010 12:46:00 -0700 stillleben übergabe http://port2010.com/ruhrschnellweg-pk http://port2010.com/ruhrschnellweg-pk

Stilleben_pk_bc_christoph_mueller-girod
Still-Leben: Der Star ist die Straße 

Die Genehmigungsunterlagen für das Still-Leben-Projekt wurden in einem feierlichem Akt vom Regierungspräsidenten Jürgen Büssow persönlich in der Essener Messe an Fritz Pleitgen übergeben. Gleichzeitig informierte RUHR2010 zusammen mit den Verantwortlichen und Sponsoren über den aktuellen Stand der Dinge. 

Anstoß für die Aktion Still-Leben war laut Fritz Pleitgen dabei ein Erlebnis, dass er als USA-Korrespondent der ARD 1987 in New York hatte. Dort wurde jeden Sonntag die Interstate abgesperrt und für die Bürger freigegeben. Die Idee begeisterte ihn und es war Jürgen Flimm, der dann den Vorschlag machte: „Sperrt doch die Autobahn von Dortmund nach Duisburg ab.“ Still-Leben ist ein Gemeinschaftswerk gigantischen Ausmaßes, ein Projekt dass die Alltagskultur der Bewohner wieder spiegelt. Pleitgen lobte die Unterstützung der NRW-Landesregierung für die Unterstützung dieses Projekts, das im Vorfeld doch einige Skepsis aufgeworfen habe. 

Günther Kozlowski, Leiter des Referats Verkehrssicherheit und Telematik im Ministerium für Bauen und Verkehr, bestätigt die Vorabskepsis: „Viele im Haus waren skeptisch ob das Projekt gelingen wird.“ Das MBV ist als Koordinator für das Projekt verantwortlich, Kozlowski freut isch auf das Event, es habe auch neuen frischen Wind in das Ministerium selbst gebracht. 

Oberbürgermeister Adolf Sauerland ließ sich durch Frau Dr. Söke Dinkla, Leiterin des Kulturhauptstadtbüros Duisburg,vertreten. In Duisburg gibt es drei Möglichkeiten auf die A40 zu gelangen: Zuerst ab dem Theater am Marientor. Dann wird eigens eine Treppe am Innenhafen errichtet und das Kreuz Kaiserberg ist ebenfalls einer der drei Zugangsorte für die Duisburger. Fritz Pleitgen wird in Duisburg um 11:00 Uhr dann offiziell die Mobilitätsspur für das Projekt bei der Autobahnausfahrt Duisburg-Häfen eröffnen. Ihn erwarten dann um 11:30 „100 Bräute für Marxloh“. Mit diesem Projekt möchte die „Made in Marxloh“-Gruppe die romantische Seite des Still-Lebens beleuchten: 100 feierlich bekleidete Bräute werden eine übergroße “Stelzenbraut” begleiten, die den “Made in Marxloh-Schild” tragen wird. 

Martin Husmann vom VRR dementierte das Gerücht, dass an diesem Tag Fahrräder in Bussen und Bahnen verboten seien. „Wenn Sie sich aber die Menschenmengen vorstellen, die in Bus und Bahn an diesem Tag unterwegs sind, bleibt für ein Fahrrad in der Regel wenig Platz.“ Er appellierte deshalb für eine Eigenanfahrt mit dem Fahrzeug der Wahl. Desweiteren würden über eine Million Fahrgäste an diesem Tag erwartet, das Tagesaufkommen normalerweise liegt bei 200.000. Ein Problem, das der VRR zu meistern hat, ist die Tatsache, dass die Autobahn nicht an Haltestellen des VRR liegt. Busshuttle werden am Tag dann eingesetzt um eine optimale Fortbewegung mit dem ÖPNV zu den einzelnen Zugangspunkten zu gelangen. 

Ein Lustprogramm erwartet die Besucher – die Alltagskultur des Ruhrgebiets spiegelt sich in allen Facetten auf der längsten Tafel der Welt, ein Programm, das von den Menschen selbst gestaltet wird. Fritz Pleitgen wünschte sich abschließend noch für den Tag 28 Grad, zwei Windstärken und einige Wölkchen am Himmel.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Fri, 02 Jul 2010 05:55:00 -0700 social media 2010 http://port2010.com/social-media-2010 http://port2010.com/social-media-2010

Bildschirmfoto_2010-07-02_um_14
Social Media – ein großes Thema auf der C’n’B in Köln. Ein Terrassen-Gespräch mit Christoph Müller-Girod, Social Web Coach bei CMG Media.

Jens Kobler: Eine Meldung aus der Welt Kompakt: Nur ein Drittel aller Internetnutzer besucht zumindest wöchentlich Netzwerke wie Facebook und Myspace, 11 Prozent gar nur monatlich, 15,2 Prozent noch seltener, 10 Prozent kennen diese gar nicht. Was sagt das jemandem, dessen Job es ist, für Kunden Strategien im Umgang mit diesen Netzwerken zu entwickeln? Und was bedeutet das für all die Unternehmen, zum Beispiel Veranstalter oder Verlage, die sich erst noch auf diese Medien einstellen müssen?

Christoph Müller-Girod: Der Artikel ist im Grunde Wasser auf meinen Mühlen. In Deutschland wird seit zwei Jahren mehr Zeit im Internet als vor dem Fernsehen verbracht. Und das ist die Ankündigung eines Tsunamis, für den wir alle in der Branche uns endlich aufstellen müssen. Innerhalb der Social Media ist binnen der nächsten zwei Jahre mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Nutzerzahlen zu rechnen, und dafür müssen Strukturen geschaffen, Angebote entwickelt werden.

Cmg001
Foto: Frank M. Fischer

Jens Kobler: Gibt es denn Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Werbens beziehungsweise der Kundenbetreuung innerhalb von Social Media? Oder gibt es eher Schwierigkeiten, sich strukturell oder vom Stil her anzupassen?

Christoph Müller-Girod: Gerd Leonhard hat einmal gesagt: „When the pain gets bigger, the vision gets going“. Wird also gemerkt, dass das alte Marketingmodell nicht mehr funktioniert, dann erst beginnt man, sich über neue Möglichkeiten Gedanken zu machen.

Cmg_logo

Jens Kobler: Wenn das Thema dann an Spezialisten ausgelagert wird: Wissen die Kunden, worauf sie sich einlassen? Können Sie die Möglichkeiten und den Arbeitsaufwand abschätzen?

Christoph Müller-Girod: Das Verständnis für die Relevanz von Social Media hat definitiv zugenommen. Noch vor zwei Jahren stießen wir mit Angeboten für Facebook und Twitter auf Unverständnis, mittlerweile lässt sich eine Art dreistufige Entwicklung fast sicher vorhersagen: Zunächst Skepsis, dann Neugier, dann Begeisterung. Besondere Beachtung findet die Möglichkeit, mit der Zielgruppe zu interagieren, sie aber auch Entscheidungen mittragen zu lassen. Ein Beispiel aus unserer Zusammenarbeit mit dem K.West-Magazin: Der Chefredakteur erzählte, dass es an Feedback vorher nur wenige, aber meist negative Leserbriefe gegeben habe – obwohl 90 Prozent der Leser das Magazin sehr gut finden. Im Internet ist das ganz anders: Dort gibt es nicht nur mehr Feedback, sondern auch (angemessen) positives. Schreibt ein User nach dem Besuch eines sechsstündigen Theaterstückes als Kommentar „Das Aushalten lohnt sich wirklich!“, dann ist das einfach sehr viel wert. Spätestens bei solchen Reaktionen wechseln die Kunden von Skepsis zu Neugier, auch weil sie merken, dass ihre Arbeit beim Zielpublikum ankommt. Es müssen natürlich individuelle Strategien für unterschiedliche Kunden entwickelt werden, und dabei gibt es auch immer den Aspekt, dass man sich im Experimentierstadium befindet. Werden also Fehler gemacht, müssen die auch richtig gemacht werden, zum Beispiel bei der Frage, wann eine Seite online gestellt werden soll. Hier gilt der Spruch „The time will never be just right – just do it!” Im tiefen Wasser lernt man schwimmen, auch bei Social Media müssen Erfahrungen erst einmal gesammelt werden.

6376_1127252873541_1593763374_316223_8219019_n

Jens Kobler: Nun sind viele Social Media ja als Netzwerke für Freundschaften und/oder Geschäftskontakte eingeführt worden. Gibt es Vorbehalte, wenn dort immer mehr Werbung eindringt? Man mag sich ja daran erinnern, wie das zu Beginn der e-mails war – bis der richtige Spam-Filter gefunden wurde. Wie verhindert man, den Eindruck zu erwecken, im Grunde nur Werbung zu posten?

Christoph Müller-Girod: Grundsätzlich geht es bei Social Media darum, den Anstoß für ein potentielles Interesse zu geben. Selbst die früher so exorbitant wichtige Homepage gliedert sich mittlerweile ein in die semantische Wolke einer cloud community - als Teil der Netzwerke, die daran angeschlossen sind. Und in diesen Netzwerken wartet buchstäblich ein Billionen-Publikum auf content, der gerade in unserem Arbeitsbereich von Kunst, Kultur und Design aufgesogen wird wie ein Schwamm. Dabei muss dann aber entschieden werden: Mache ich ein corporate blog ganz im Sinne und Erscheinungsbild der Firma oder des Produktes, oder wähle ich eine ganz subjektive Herangehensweise des Bloggers. Die Schnittmenge hierbei ist definitiv, dass eine bestimmte Persönlichkeit unabdingbar ist. Museumsdirektoren oder Intendanten tendieren oft zu einer kunsthistorischen Terminologie; so etwas müssen wir in eine mit Persönlichkeit beseelte Sprache transformieren, die dann wiederum auch persönliche Reaktionen hervorruft. Mittlerweile werden in Social Media auch keine Geschichten mehr kreiert, sondern man ist selbst die Story. Es gibt also eine Art stillschweigendes Übereinkommen, dass man der community Informationen reicht, aber dadurch auch ein wenig product placement betreiben darf. Um ein Beispiel zu nennen: Grundstein für unsere Arbeit für Duisburg ist „Philharmonie2.0“, bei dem wir die Duisburger Philharmoniker ins Internet gebracht haben. Ich habe ein Blog aufgesetzt, der innerhalb von sechs Monaten Userzahlen von 2.000 täglich hatte und 300.000 abgerufene Informationen im Jahr. 800 Foto-, Text- und Videobeiträge haben dafür gesorgt, dass auch die Stadt Duisburg allgemein auf uns aufmerksam geworden ist, weil sie gemerkt hat, dass Social Media vor allem eine Erweiterung darstellt. Generell unterscheide ich dabei zwischen PR und Marketing: Print ist wichtig, man muss aber auch ein wenig über Shifting nachdenken. Wenn ich den ganzen Broadway mit Plakaten pflastere, setze aber keine Karten im Vorverkauf ab, dann kann ich ein entsprechendes Budget abziehen und vielleicht ein Social Media Projekt launchen.

Jens Kobler: Ich sage dann immer: „Schaltet weniger Anzeigen, nehmt lieber mich!“.

Christoph Müller-Girod: Genau. Es gibt auch Agenturen, die richten für einen hohen Betrag einfach nur eine Homepage und einen Facebook-Account ein, aber das generiert noch lange kein Publikum. Die User gehen auf die Seite zu oder sie gehen davon weg. Es geht also, wie eben schon gesagt, darum, Kontakte herzustellen. Und dabei ist nun einmal der content der king. Der content muss also auch spannend sein, insofern dass das Bloggen, der Live-Bericht, die Recherche und Gegenrecherche eine Verlängerung der direkten Kommunikation ist. Und das mit Fotos, Videos und Text als zusätzlichen Mitteln, die Interessierten quasi dabei sein zu lassen, so dass sie sich in die Situation hineinversetzen können, um schlussendlich wirklich dabei sein zu wollen. Eine Frage ist ja oft die: „Kommen denn die Leute noch ins Museum, wenn wir die Bilder hochstellen? Oder ins Konzert, wenn wir die Musik hochladen?“ Natürlich, denn all dies ist nur ein Abbild. Was in der Realität passiert, kann nie durch das Internet ersetzt werden. Und zu all dem muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, da die Datenanalyse beziehungsweise die Empirie bezüglich der Wirksamkeit von Social Media noch gar nicht oder nur in Ansätzen vorhanden ist. Gerade weil in Deutschland ungern experimentiert wird, muss oft der umgekehrte Weg gegangen werden, indem man sagt: Hier sind offensichtlich 20.000 Euro in Printwerbung investiert worden, und zwar ohne nachweislichen Erfolg – könnte man das nicht optimieren? Und lässt sich jemand auch nur probeweise auf uns ein, dann ist der Erfolg schnell zu erleben. Zumindest ist bisher kein einziger Versuch mit uns und den Social Media abgebrochen worden.

Jens Kobler: Vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

Alle Fotos plus Logo: Christoph Müller-Girod

Artikel: http://www.2010lab.tv/blog/christoph-m%C3%BCller-girod-mit-social-media-zur-p...

Externe Links zum Thema:
CMGMedia:
http://www.cmgmedia.de 
http://www.mueller-girod.com

Philharmonie2.0: 
http://www.facebook.com/duisburgerphilharmoniker

K.West: 
http://www.K-west.posterous.com

Autor: Jens Kobler / Lab2010 Redaktion

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Thu, 17 Jun 2010 07:06:00 -0700 loveparade 2010 http://port2010.com/loveparade-2010 http://port2010.com/loveparade-2010

Img_5240
Foto: Christoph Müller-Girod

The Art of Love in Duisburg:

Das die Macher der Loverparade hoch hinaus wollen ist seit Beginn dieser international gefeierten Veranstaltung allen klar, unterstrichen wird dieses Bestreben durch eine Pressekonferenz in luftiger Höhe. Im 16. Stock des Duisburger Calderoni Hochhauses trafen sich Heute Vertreter verschiedenster Medien, die einen, gut gelaunten Oliver Pocher in seiner Funktion als Moderator erlebten. Zusammen mit Oberbürgermeister Adolf Sauerland, dem Komponisten der neuen Loveparade Hymne Anthony Rother, dem Geschäftsführer der Ruhr.2010 Prof. Dr. Oliver Scheytt und dem Abgesandten der Loveparade Rainer Schaler erklärte Pocher die Herausforderungen und notwendigen Vorbereitung für die Loveparade die dieses Jahr unter dem Motto "The Art of Love" in der nähe des Duisburger Hauptbahnhof über eine Millonen Besucher erwartet und Duisburg in die Hauptstadt der elektronischen Beats verwandeln wird.

Die Abschlusskundgebung startet um 17:00 Uhr, endet um 24:00 Uhr und findet auf einer riesigen Bühne vor den Hallen des ehemaligen Güterbahnhofs statt. Höhepunkte sind in diesem Jahr Mark Scheibe der zusammen mit Guido Schneider das Berlin Revue Orchester des Berliner Admiralspalastes dirigiert, Tiesto, David Guetta, Booka Shake, Westbam, Fehde Le Grande, Tiefschwarz und viele mehr.

Der Startschuss zur größten Party der Welt fällt um 14:00 Uhr, wenn die Lautsprecher der 16 Floats (Paradewagen) die Beats und Bässe der neuen Hymne "The Art of Love" über das Gelände jagen. Floats aus sechs Ländern (Brasilien, Russland, Niederlanden, Spanien, Australien, Deutschland) kreisen zehn Stunden lang um die Güterbahnhofshallen. Den kreativen Grenzen der Wagengestaltung sind in diesem Jahr keine grenzen gesetzt, da weder Verkehrsschilder oder Unterführungen auf dem 230.000 Quadratmetern großen Gelände im Weg sein werden.

Unterstützt von seiner Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden moderiert Oliver Poker eine Premiere der Loveparade, denn die Sponsoren präsentieren das Musikereignis der Superlative in einer drei stündigen Berichterstattung Live im Internet. Aus 30 verschiedenen Kameraperspektiven wird der Zuschauer zum Regisseur und kann seine eigene individuelle Loveparade in Szene setzen.

Vom alternativen Techno-Umzug mit 150 Raren entwickelte sich die Loveparade innerhalb weniger Jahre zur größten Party der Welt, mit bis zu 1,6 Mio Besuchern. Die Parade präsentiert die vielen Facetten elektronischer Musik und gilt als Wiege der deutschen Techno- und House Szene. Die Loveparade Metropole: Essen 2007, Dortmund 2008, Duisburg 2010 und Gelsenkirchen 2011.

Die Loveparade ist ein Projekt der Kulturhauptstadt 2010. Zitat von Ruhr.2010 Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Scheit: " Die Loveparade erzeugt weltweit ein starkes, neues Bild des Ruhrgebiets. Sie ist einzigartig, sie steht für Jugend- Pop- und Szenekultur und sie macht Kreative aufmerksam auf die Metropole Ruhr. Das sind wichtige Faktoren für die Kulturhauptstadt, für die wir wie keine andere zuvor die Kreativwirtschaft weiterentwickeln und zu einem Standortvorteil aufbauen. Die Loveparade ist ein Leuchtturmprojekt von RUHR.2010 mit wichtiger, internationaler Strahlkraft"

 

 

 

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sat, 05 Jun 2010 05:52:00 -0700 !sing day of song http://port2010.com/sing-day-of-song-2 http://port2010.com/sing-day-of-song-2

Img_4515

Tausende von Menschen versammelten sich am 05.06.2010 bei strahlendem Sonnenschein auf dem König-Heinrich-Platz in Duisburg um dem "!Sing Day of Song Event", im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 und den Duisburger Akzenten, beizuwohnen und mitzuwirken. Organisatorin Kornelia Kerth-Jan hat im Vorfeld über ein Jahr geplant und mit den Chören aus verschiedenen Nationen kommuniziert, um diese Großveranstaltung zu ermöglichen.

Zu Gast waren der Philharmonische Chor, der Opernchor und der Chor der Freien Kantorei Duisburg, der Männerchor Quartettverein Frohsinn1945, The voices und der Partnerchor Junge Stimmen PERM, der türkische Chor Yurdun Sesi- Stimmen der Heimat, der Stattchor, die Young Voices- der Chor der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule und der Chorder GGS
Tonstraße. "Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können. Sogar das Wetter hat mitgespielt" sagte Kerth-Jahn, die trotz erkennbarer Erschöpfung Freudensprünge machte.

Nach dem Steiger Lied und dem Ruhr 2010 Song von Herbert Grönemeyer stimmten die Chöre einen Kanon an, bei dem das faszinierte Publikum zu zu einem riesigen Chor vereint wurde.

Mehr Infos unter: http://www.du2010.de/projekte/sing-day-of-song

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Mon, 31 May 2010 06:35:00 -0700 das rote licht des mondes http://port2010.com/das-rote-licht-des-mondes-3 http://port2010.com/das-rote-licht-des-mondes-3

Das_rote_licht_des_mondes-3198

Das rote Licht des Mondes – Spannende Literatour-Zeitreise 

Eigentlich ist es ein sonniger Vormittag auf dem Friedhof an der Eisenbahnstraße in Ruhrort. Doch in Wahrheit befinden sich die Zuschauer mitten in einem nebeligen Novemberabend des Jahres 1854 – und sind kurz dabei Zeugen eines grausamen Fundes zu werden...

Entdeckt werden die zwei Kinderleichen, denen man das Herz herausgeschnitten hat, von Lina Kaufmeister. Diese ist eigentlich im falschen Jahrhundert geboren: Sie träumt von einer eigenen Wohnung, einem eigenständigen Leben und vor allem hat sie es bisher vermieden verheiratet zu werden. Alles Dinge, die einer jungen Frau in dieser Zeit so gar nicht anstehen findet ihr Vormund, vor dem sie schließlich kurzerhand ins Haus Dahlmann flieht. Dort logiert auch der Kommissar, der den Fall des Ruhrort-Mörders untersucht: Robert Borghoff. Während der Bürgermeister in Ruhrort versucht, die Mordfälle so diskret wie möglich zu behandeln – und froh ist, als sich ein vermeintlich Schuldiger gefunden hat – werden Lina und Robert in die Abgründe der vornehmen Gesellschaft Ruhrorts schauen. Entdecken werden sie dabei nicht nur das Grauen sondern auch die Liebe. Wer sich auf das Abenteuer im Ruhrort des Jahres 1854 einlässt muss zwei Dinge mitnehmen: Ausdauer und Zeit. Denn das Schauspielerensemble Petra Jebavy, Silke Roca, Peter G. Dirmeier und Georg Lennarz führen einen im wahrsten Sinne des Wortes durch die Handlung des historischen Krimis. Es ist eine intensive Art des Theaters, die von den Darstellern hautnah zum Erlebnis gemacht wird. Vom Friedhof in Ruhrort geht es ins Lokal Harmonie, in den Kirchgarten von St. Maximilian, ungleiche Treppen führen hinab in die Kellergebäude – nur einige der Spielorte, die vom Zuschauer erfahren werden. Etwa drei Stunden lang liefert das Ensemble eine beeindruckende Gesamtleistung, eng verzahnt sind die Akteure aufeinanderabgestimmt und die Chemie zwischen dem schneidigen Borghoff Lennarz, dem quirligem und ironischem Erzähler
Peter G. Dirmeier, der aufrechten Linas Petra Jebavys und die vielseitige in etlichen Rollen glänzende Silke Roca stimmt einfach. Die Szenen des Romans werden einerseits direkt zum Leben erweckt, man wird zum Augenzeugen und Mitwisser – andererseits steht auch immer wieder das Wort an sich im Mittelpunkt wenn aus dem Roman Szenen vorgelesen werden. 

Es ist eine faszinierende Reise – man erfährt eine Menge über die Geschichte von Ruhrort selbst, dann erzählt „Das rote Licht des Mondes“ eine Krimigeschichte bei der nicht alles so ist wie es scheint. Da nur an die 25 Personen auf diese Zeitreise gehen können sollte man am Besten vorbestellen. Die Inszenierung von Olaf Reifegerste zu verpassen kann man sich einfach nicht leisten.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 30 May 2010 06:22:16 -0700 garage d'or http://port2010.com/garage-dor http://port2010.com/garage-dor
4648575714_932bdc99a6_1

Familie Flöz – Garage d'Or: Träume in Technicolor

Im Rauch und im Spiegel verbergen sich Alltagsbilder, vermischen sich
mit den Träumen von Männern, bringen Innensichten ans Außen. Die
Handlung geht von der Garage aus, die ein Mann – wohl Therapeut, mit
zwei Möbelpackern bezieht. Doch diese Handlung hat keine klare Linie,
sie mäandert und reiht collageartig Szenen aneinander, die irgendwie
alle verbunden sind und am Ende dann in die Freiheit der drei – oder
sind es doch vier? - Männer mündet.

Worte sind eben nichts als Worte, sie fehlen bei den Theaterstücken
der Familie Flöz stets, dafür aber sind in „Garage d'Or“ Diaphotos und
Videosequenzen zu sehen ebenso wie Lichtmalereien, die auf eine
Leinwand geworfen werden. Mal sind sie Überleitungen, mal
eigenständige Handlungen. Das Thema aller Szenen: Das Wagnis des Neuen
– ob dies nun die Bestückung der Waschmaschine und die bevorstehende
Geburt eines Kindes ist, ob es der Seitensprung ist, der dann doch
nicht vollzogen wird oder das Auflehnen am Herd in der Wohnung, was am
Ende nichts wird. Die drei Männer träumen in Technicolor, nutzen die
Gelegenheit in der Garage ihrem Alltag zu entfliehen – der Eine,
gestresst von Frau und Kindern sieht sich in Gedanken auf einem
Buddelschiff, der andere rennt vor dem Hebammenbesuch davon auf einen
fernen Planeten und mutiert zum Kampfroboter.
Die Reise der drei – wenn man den Doppelgänger des „Therapeuten“ im
Anzug mitzählt sind es dann doch vier – Männer ist ein Traum in
Technicolor. Auch Träume dürfen sich genau wie die Handlung des
Stückes sich in Nebenwegen verfangen, dürfen Momentaufnahmen in den
Mittelpunkt stellen und ebenso wie im Traum ist auch im Theater alles
möglich – von der Maschine, die den Bastler in die Luft schleudert bis
zum Start des Raumschiffes in den Weltraum.

Es ist ein Traum, der den Zuschauer für anderhalb Stunden ohne Pause
poetisch verzaubert, ihn zum Lachen bringt, zum Nachdenken und dessen
Ende mit Standing Ovations bei der Uraufführung bedacht wurde.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 23 May 2010 05:56:00 -0700 aufhebung der realität http://port2010.com/aufhebung-der-realitat http://port2010.com/aufhebung-der-realitat

Vor_der_mundung-1929
Vor der Mündung – Die Aufhebung der Realität 

Zuerst einmal ist das Nichts. Für etliche Minuten werden die Zuschauer, die im Lokal Harmonie mit dem Gesicht zur Fensterscheibe sitzen, nur mit der Umgebung konfrontiert. Dem geschlossenem China-Imbiss gegenüber. Der großen Platane direkt vor der Tür. Dem Ausblick auf die Straße und die Passanten, die am Schaufenster vorbeigehen und neugierige Blicke ins Lokal werfen. Doch wer sind hier Passanten, wer die Zuschauer und wer die Schauspieler? 

„Vor der Mündung“ blickt aus einer nicht näher definierten Zukunft auf den 22. Mai 2010 in Ruhrort. Einem Tag, an dem ein bedeutungsschweres Ereignis passieren wird, das für die Nachwelt erhebliche Auswirkungen haben wird. Der Kommentator aus der Zukunft führt nach und nach die einzelnen Figuren ein – die Diabetikerin, die an diesem Tag über die Straße geht, den Hahniel-Erben, der an diesem Tag seinen Frieden finden möchte, die alte Dame, die fünfzig Jahre ihres Lebens gearbeitet hat und an diesem Abend im HD-Fernseher eine Dokumentation über Auswanderung aus Deutschland anschaut während gleichzeitig ihr Blick auf die Straße gleitet. Wie der Fluss in der Mündung sein Ende findet verbinden sich die fragmentierten Schicksale der einzelnen Personen miteinander. 

Aus der ungefähren Zukunft versetzt das Stück den Zuschauer in die dreidimensionale Gegenwart – als wäre man Teil einer optisch perfekten Holodeck-Installation, der Kommentator im Hintergrund als Regisseur der imaginären Installation. Das eigentliche Theatergeschehen spielt sich nicht im Lokal Harmonie, sondern direkt auf der Harmoniestraße ab. Der Reiz dabei ist, dass zufällige Passanten und Schauspieler auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind – jedes Geschehen, sei es auch noch so zufällig, könnte Teil des Theaters, der Performance sein. Ebenso wechselt man als Zuschauer die Rolle – immer dann, wenn die neugierigen Passanten einen Blick ins Lokal Harmonie werfen. Dann ist man selbst für einen Augenblick Teil einer Performance. „Vor der Mündung“ akzentuiert damit noch die Vermengung zwischen Wirklichkeit und Illusion. Natürlich weiß der Zuschauer, dass er nicht aktiver Teil des Ganzen ist, alles ist nur Spiel. Doch je mehr man sich in die Handlung hineinversetzt, desto mehr verschwimmen die Grenzen und am Ende tritt man zwar als Zuschauer aus dem Spiel in die Realität ein, weiß aber jedoch, dass zumindest einiges an diesem Abend real und nicht gespielt war. 

„Vor der Mündung“ ist zugleich auch ein witziger und ironischer Blick auf unsere Gesellschaft aus der fernen Zukunft, in der so einiges anders zu sein scheint als bei uns. Aus den vagen Hinweisen lässt sich erahnen, dass in dieser Zukunft Ruhrort weitgehend leer steht, dass die Menschen „perfekt“ sind – doch wird nicht gesagt was diese Perfektion ausmacht. Es scheint keine heitere Zukunft zu sein. Und wenn man das Stück bis zum Schluss verfolgt hat, ahnt man dann auch warum es heißt, dass man selbst das letzte Publikum für eine sehr lange Zeit gewesen ist.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Fri, 21 May 2010 23:59:00 -0700 la fura dels baus http://port2010.com/la-fura-dels-baus-1 http://port2010.com/la-fura-dels-baus-1

La Fura Dels Baus: Global Rheingold – neue Wege, neue Bahnen 

Metallische Donnerschläge hallen über die Mercatorinsel während im Hintergrund das Ursprungs-Es aus Wagners Vorspiel zum Ring des Nibelungen zu hören ist. Eine akribische Theater-Umsetzung des Rheingolds wird man an diesem Abend nicht zu sehen bekommen – denn La Fura Dels Baus nehmen den Rhein als Impulsgeber für eine atemberaubende Inszenierung zum Thema Zukunft. 

Es sind die Nibelungen, die in weißen Anzügen zu Beginn des Stückes zu hören sind, die im Untergrund an ihren Kunstwerken arbeiten. Doch ihr Alberich entspringt nicht dem Rhein sondern schwebt mit Flügeln versehen über ihnen bevor die Rheintöchter ihren Auftritt haben. Später werden wir noch die Warnung Erdas an Wotan hören dass der Ring kein Heil bringen wird und zum Schluss der Inszenierung das Finale. Doch die meterhohen Figuren, die auf dem Schiff und am Ufer zu sehen sind sind keineswegs Wagners Riesen. Es ist Gerhard Kremer Mercator, der der weiblichen Figur namens Concordia gegenübertritt. Diese ist halb wie Erda in der Erde versunken, wartet auf den Tod. Denn die Zeit in der Kohle und Stahl und Eisen sie geprägt haben sind lange vorbei. Nur noch Vergessenheit möchte Concordia, die Verkörperung Duisburgs, die im Ruhrpott-Dialekt Mercator antwortet. 

Doch Aufgeben ist seine Sache nicht. So beschwört er mit Worten, Bildern und Musik Concordia endlich aufzuwachen. Er zeigt ihr mit Rückgriffen auf die Entstehung der Erde die mögliche Zukunft, erweitert Concordias Horizont – und als Zusschauer ist man gebannt von der Inszenierung, deren Lichtchoreographie der Geschichte ihren eigenen Reiz gibt. Noch gebannter ist man, wenn man sieht wie scheinbar schwerelos die Künstler und ihre Helfer an den Sicherheitsleine n die Episoden erzählen. Das perfekte Wechselspiel zwischen Licht, Projektionen und Aktionen. El Fura Dels Baus haben sich mit der Stadt Duisburg beschäftigt, kennen ihre Probleme – das Wegsterben der Zechen, das Wegbrechen der Industrie. Ihre Antwort: Neue Zeiten brauchen neue Wege. Die Hoffnung, die Mercator aus der Vergangenheit mitbringt befähigt Concordia schließlich aufzustehen und ihren Weg durch die Menge der Zuschauer zu gehen. 

Die stringente Erzählweise verliert sich dann ab diesem Augenblick und es ist eher ein Bilderassoziationsstrom, der den Schwerpunkt auf das Neue, das Anbrechende und Hereinbrechende legt. So zitieren El Fura Del Baus nicht nur Heinrich Heines „Loreley“ sondern auch Zeilen aus der Persephone-Kantate von Steve Pogson, die in Duisburg 2008 aufgeführt wurde – der Wechsel der Jahreszeiten, das Veränderliche der Welt und die Mahnung, dass man mit dieser Welt besonders vorsichtig umgehen muss münden schließlich in das Finale des Rheingolds. Die Regenbogenbrücke ist als Feuerwerk umgesetzt – die Verheißung einer neuen strahlenden Zukunft ist allerdings durch das, was in Wagners Musik angekündigt ist alles andere als das glückliche Ende. Doch dieses wird von der Theatergruppe umgedeutet: Hier ist nichts verflucht oder mit schweren Vorzeichen bedeckt. Stattdessen sind die Möglichkeiten des Hafens der Kulturhauptstadt vielleicht noch gar nicht richtig ausgelotet worden – neue Wege und neue Antworten müssen auf die neuen Fragen gefunden werden betont die Theatergruppe. Man wird sehen ob das Kulturhauptstadtjahr und die Duisburger Akzente nicht auch dazu beitragen können, dass Duisburg sich zu neuen Taten und Dingen inspirieren lässt. 


Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Thu, 20 May 2010 06:49:00 -0700 global rheingold http://port2010.com/la-fura-dels-baus http://port2010.com/la-fura-dels-baus

Die spektakuläre Performance „Global Rheingold“ mit der spanisch-katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus rückt näher. Am  Freitag, 21. Mai, 21:30 Uhr, wird die bildgewaltige Produktion die 33.
Duisburger Akzente und die Duisburger „Local Heroes“-Woche im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs RUHR.2010 eröffnen. Die Extrem- Theatergruppe feiert auf der ganzen Welt Erfolge und liegt mit Ihrem Theaterschiff, der 60 Meter langen und über 1000 Tonnen schweren „Naumon“, an der eigens dafür umgestalteten Mercator Insel im Ruhrorter Hafen vor Anker. 


Zu diesem Highlight im Hafen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 werden tausende Menschen erwartet und dürfen sich dabei auf Großes gefasst machen. Verfolgen lässt sich der Auftritt von La Fura dels Baus nicht nur auf der Mercatorinsel. Bild und Ton der Performance werden auf eine Großleinwand an der Mühlenweide übertragen. Auf den gesamten Leinpfad wird zudem der Ton übertragen.

Das anschließende Konzert mit der Gruppe 2raumwohnung auf der Mühlenweide wird gegen 23:00 Uhr ebenfalls eintrittsfrei sein.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod
Sun, 16 May 2010 09:56:00 -0700 stillleben pressekonferenz http://port2010.com/stillleben-6 http://port2010.com/stillleben-6

Still- Leben Ruhrschnellweg A40/B1: Logistische Generalprobe

Eine logistische Meisterleistung wird es werden, wenn am 18. Juli auf dem Ruhrschnellweg die Metropole Ruhr zum Stillleben-Projekt einlädt. Auf 60 Kilometern wird dann die A 40 zur längsten Tafel der Welt. Damit bei dem Aufbau auch wirklich absolut nichts schief geht wurde in der Nacht vom 15. zum 16. Mai erstmal in einem kleinerem Ausmaß der logistische Ablauf geübt. Doch auch der hatte es schon in sich: Ein Testkilometer Autobahn auf der A540 in Jülich war mit 400 Tischen und 800 Bänken zu bestücken. Über Nacht. In Echtzeit. Ohne Netz und doppelten Boden, denn es gab nur diesen einen Versuch. Doch nicht nur die Tische und Bänke waren aufzustellen, Sicherheitsabstände mussten vermessen werden, sanitäre Anlagen und Mülleimer mussten in Position gebracht werden. Letztendlich aber klappte alles wie am Schnürchen.

Mehr als 22.000 Tische und 44.000 Bänke werden es am 18. Juli sein. Ein gigantisches Projekt, das die Macher der Kulturhauptstadt organisieren müssen. Die Erfahrungen der Generalprobe werden dazu dienen den Ablauf des Events noch besser zu machen.

Am 18. Juli wird dann die Metropole ihre kulturelle Vielfältigkeit unter Beweis stellten. 300000 Radfahrer, 1000 Skater, Skat- Vereine und Abgesandte der Städte die sich zusammen mit dem Essen für die Kulturhauptstadt 2010 bewarben, werden beim Projekt anwesend sein. Die Spannbreite reicht dabei vom Drachenboot Team vom Betriebssport Verein ThyssenKrupp Stahl über das Jazz Duo „Jazzy Jazz“, das Jazz-Standards mit Trompete und Harfe spielen wird bis zur Studiobühne Düsseldorf das reiche Kulturspektrum der Region sichtbar.

Ab dem 17. Mai gibt es die letzte Gelegenheit bei der längsten Tafel der Welt dabei zu sein. Alle Interessierten können dann gemäß des Mottos „Der Tisch ist die Bühne“ ihre Gruppe, ihr Hobby oder ihren Verein vorstellen. 5000 Tischtickets sind für die letzte Tischvergabephase freigegeben. Zu bekommen an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter unter www.ruhr2010.de/still-leben. Eine Vorabanmeldung ist nicht erforderlich, aber es wird darum gebeten einen kurzen Beitrag über das Programm zu verfassen.

Permalink | Leave a comment  »

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/1110540/cmgmedia.png http://posterous.com/users/3sJ0BKctdOPn Christoph Müller-Girod cmgmedia.de Christoph Müller-Girod