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Hafen der Kulturhauptstadt verabschiedet sich mit ITHAKA Ithaka: Die alte Heimat, die für Odysseus nach knapp 10jährigen Reise durch die Welt und nach den Abenteurern doch wieder neu ist. Zusammen mit dem Tim Isfort Orchester flocht Erzähler Christian Brückner vereint mit den Illuminationen eine Geschichte, die Abschied und Aufbruch zugleich in sich vereinigte.

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Licht und Nebel wandern über den Innenhafen, untermalen die Geschichte des Jünglings, dessen Dorf nach einem Erdbeben zerstört ist und dessen Toten nicht begraben werden können. Denn es mangelt an Blumen und eine Bestattung ohne Blumen, eine Verwandlung ohne Heiterkeit ist nicht möglich. Das Märchen des Jünglings, das vom Tim Isfort Orchester begleitet wird, hat auf den ersten Blick nichts mit dem Mythos von Odysseus zu tun. Ebensowenig wie die Musik des Orchesters während der Performance klassisch klingt – gekonnt changiert das Orchester zwischen Free-Jazz-Elementen, experimentellen Blockflötenklängen, harmonischen Streicherepisoden. Die Musik kommentiert die Geschichte zwar, lässt aber auch Raum genug für die Bilder, die im Kopf des Zuschauers geschehen.

Jüngling und Odysseus – beide Charaktere erleben eine Reise, die eine Anfangspunkt und einen Endpunkt hat und hier findet sich das zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört. Während der Jüngling aber von Vogelschwingen fortgetragen wird, ist Odysseus mit seinem Schiff und seiner Mannschaft auf dem Meer unterwegs gewesen um am Ende in den sicheren Hafen zu kommen. Der Gedanke des Abschieds hallt in der Musik der Performance zum Ende wieder: „Komm, Trost der Welt“ von Eichendorff in der Vertonung von Christian Lahusen fasst die melancholische Schwere des Abschieds zusammen. Mehrmals ertönt die Hauptmelodie, fließt über den Innenhafen hinweg und immer wieder wird sie neu begleitet. Manchmal melodisch, dann aber auch wieder mit Irritationen und feinen Disharmonien. Ob der sichere Hafen erreicht ist, steht noch auf der Kippe. Das ändert sich erst wenn die Gesangsstimme dazukommt.

Eichendorffs zutiefst romantischer Text unterstreicht den poetischen Gehalt der Performance: Der wandermüde Schiffer singt Gott sein Abendlied über das Meer hinweg. Der Zielpunkt ist erreicht und so fließt die von Christian Brückner zitierte Stelle aus dem 23. Gesang der Odyssee schlussendlich ein in die Abschiedsstimmung des Abends: „Zuletzt wird außer dem Meere Kommen der Tod und mich, von hohem, behaglichem Alter Aufgelöseten, sanft hinnehmen, wann ringsum die Völker Froh und glücklich sind“.

 

Medien: Christoph Müller-Girod
Autor: Christian Spließ 

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mehr licht!

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Eine ausverkaufte Industrie- Halle im Duisburger Landschaftspark Nord wartet gespannt auf den 1927 in Danzig geborenen Schriftsteller, Bildhauer und Grafiker Günter Grass, der pünktlich, mit einer ausklingenden Erkältung, im Rahmen des Kulturhauptstadt Projekt "Mehr Licht! Die Europäische Aufklärung weiter gedacht", an das mit einer Flasche edler Flüssigkeit verzierte Pult tritt. Seine begrüßenden Worte zollen den tragischen Ereignissen ebenso gefühlvoll wie kritisch Tribut und zeugen von einer langen Verbundenheit mit der Region.

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Anschließend konzentriert sich Grass auf die Brüdern Grimm, Hauptprotagonisten seines jüngsten Werkes. Der Zuhörer taucht in eine Zeit ein, in der Zensur nicht durch ein Handy Video enttarnt oder umgangen werden konnte. Als ginge es darum der Metaphysik eine Daseinsberechtigung zu verleihen, so intensiv und mit fesselnder Stimme schildert Grass die Bemühungen der Brüder gegen gesellschaftliche Widrigkeiten ein umfassendes Wörterbuch zu erstellen. Buchstabe für Buchstabe wächst die Lust sich mit einer Sprache zu konfrontieren, die keine neudeutschen Kürzel oder Hektik kennt, sondern sich akribisch und liebevoll mit bekanntem und vergessen Vokabular auseinander setzt. Im Laufe der Lesung verschwimmen die Grenzen zwischen den Gebrüdern Grimm und Günter Grass, denn unbändige Leidenschaft für Literatur und Wissen vereinen den Autor und seine Figuren - Grimms Wörter erschienen im Steidl Verlag Göttingen 2010

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Ein wunderbarer Abend mit einer vollendeten Lesung und einem trotz angeschlagener Gesundheit stak präsenten Günter Grass, der es vermag mit leisen Worten Selbstgefälligkeit in gesunde Skepsis zu transformieren.

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Fotos / Text Christoph Müller-Girod

 

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Ruhrlights – Lichtspiele in der Dämmerung 

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Bei „Ruhrlights: Twilight Zone“ verwandelte sich für einen Abend der Innenhafen in einen außergewöhnlichen Ort jenseits von Zeit und Raum. Internationale Lichtkünstler illuminierten dabei Synagoge, Tribüne und die Salvatorkirche. 

Netzlinien wabern über der halb fertig gebauten Tribüne am Innenhafen, verdichten sich, lösen sich auf, ballen sich zusammen. Währenddessen klingen von der anderen Seite des Innenhafens elektronische Klänge über das Wasser, Modularbeat nennt sich diese Installation die Klänge zusammen mit Licht koppelt. Eine begehbare Plastik, deren grelle Lichtimpulse die Massen anlocken. Eher ruhiger und besinnlicher dagegen als Ausgleich Richemonts „Mercaturm“, das bewußt am Ende der Führung durch den Innenhafen steht. Für einen Abend lang wandelt sich das Zwielicht, der Zustand zwischen Jetzt und Noch Nicht, in einen faßbaren, erlebbaren Sinneszustand.  

Dabei musste man sich mitunter auf die Lichtkunst einlassen, musste die Loops ein-, zwei- oder dreimal sehen bis sich die Absicht des Künstlers mitteilte. Insgesamt aber zeugte der große Zulauf bei den Ruhrlights von regem Interesse der Duisburger an der Lichtkunst als Thema, von der großen Neugierde und natürlich bot sich der Abend auch an um schließlich im Innenhafen bei einem Kaffee das gesehene zu reflektieren. 

Ruhrlights: Twilights“ - Am Ende die Hoffnung 

Eine atemberaubend schöne Reise durch die Geschichte unseres Landes bot im Rahmen von „Ruhrlights: Twilight Zone“ die Veranstaltung „Mercaturm“. Der Künstler Xavier de Richemont verwandelte die Mercatorfläche in ein spektakuläres Lichtfestspiel. 

Zu Beginn tanzen Lichtfunken über die Front der Salvatorkirche, verwirren sich ineinander, ein blauer Balken fährt in die Höhe. Wenige Minuten später: Blaue Lichtflächen und rote Fronten wogen gegeneinander und aus der Konfrontation erwächst der Schattenriss einer Blume, wuchert am Turm empor um für einen kurzen Moment zu verharren. Wasser und Feuer, Natur und Industrie, Zwang und Freiheit – das sind die Themen, die Richemont in eine überbordenden Detailfülle auf den Mercatorturm wirft. Man muss es auf sich wirken lassen, einmal oder zweimal den Loop am Abend anschauen. Erst allmählich wird klar, dass Richemont auch Bezug auf die Geschichte Deutschlands nimmt – erst gegen Ende wird das etwas offensichtlicher wenn die Fassade in Schwarz-Rot-Gold erstrahlt, die Staatssymbole der DDR und der BRD herabfließen. 

Ob Richemont zu Beginn der Installation sich auf die Schöpfungsbericht der Bibel bezieht? Möglich wäre dies, entstand das Werk doch zur Generalsynode der Evangelischen Kirche. Vor 400 Jahren wurden in Duisburg die Grundladen für die heutige evangelische Kirche im Rheinland gelegt. Der Einbezug des Mercatorturms der Salvatorkirche ist die sinnfälligere Referenz daran. Ebenso wie Richemont in den ruhigen Momenten die Struktur eines Kirchenfensters nachbildet, bevor die Farbquadarate verschwimmen und die Industrielle Revolution durch Zahnräder thematisiert wird. Ein weiterer Bezugspunkt zur Kirche selbst ist die Verwendung von Licht. Im Neuen Testament wird das Neue Jerusalem, das vom Himmel auf die Erde herabkommt als Stadt aus Licht, lichtdurchflutet geschildert. Kirchen haben immer versucht die Herrlichkeit des Lichts einzufassen – vor allem die gothischen Kathedralen. 

Richemonts Kunstwerk begreift aber auch die Geschichte Deutschlands – dann, wenn die blauen Lichtfarben als Wasser durch die Berliner Mauer fließen, wenn Stacheldraht sich öffnet und der Blick auf die „blühenden Landschaften“ freigegeben wird. Der Gegensatz zwischen Zwang und Freiheit wird auch deutlich durch das Gegenüberstellen von Natur und Industrie. Feuer verzehrt die Blumen, macht den Weg frei für die Inustrie und ihre Schornsteine. Blut fließt über die Fassade als sattes Tiefrot herab. Allerdings: Am Ende steht die Hoffnung, recken sich weite Sonnenblumenfelder gegen einen strahlendblauen Himmel. Ein schöner Ausblick auf die Zukunft. Hoffen wir, dass dies so wird wie die Kunst das an diesem Abend mit ihren Farben malt.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

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ISEA 2010 – Return of the Pilots 

Eigentlich sind Piloten diejenigen, die im Cockpit vorne sitzen und genau darüber informiert sind wohin der Weg geht. Doch wenn im Rahmen der ISEA 2010, dem 16th International Symposium on Electronic Art, das Motto „Return of the Pilots“ ist, dann ist der Begriff Pilot eher im Sinn des französischen „Lotsen“ gemeint. Die ISEA 2010 als Ort an dem nach neuen Pfaden gesucht wird. 

Dabei verteilt sich das Programm vom 20. - 20. August auf Dortmund, Essen und Duisburg. Das Programm ist breit gefächert: Von Ingenieurskunst bis zu neuen Medien reicht das Programm. Dabei rückt für Duisburg nach den erfolgreichen Akzenten im Mai und Juni erneut Ruhrort in den Mittelpunkt – die ISEA 2010 findet hier einen Ankerpunkt und präsentiert hier Keynotes, Workshops und Filmbeiträge. Das Festival findet das erste Mal in Deutschland statt und seit 206 liefen die Vorbereitungen zusammen mit dem medienwerk.nrw an. In Duisburg selbst engagiert sich unter anderem die KulturWerft Ruhrort für die ISEA. 

Das Programm in Duisburg beschäftigt sich dabei unabhängig von tragischen tagesaktuellen Ereignissen mit dem Thema der Krisenbewältigung – ursprünglich wurde dies sogar als offizielles Thema gehandelt, aber dann entschied man sich aus verständlichen Gründen für „Return of the Pilotes.“ Stefan Riekeles, Programmleiter der ISEA, freut sich auf die Keynotesprecher, die er für Duisburg gewinnen konnte. So referieren Harald Welzer und Marko Peljhan über „Geo-Krisen: Vom Wissen zum Handeln“, widmen sich David d'Heilly und Fernando Garcia Dory „Globalen Inseln: Ruhrort, Tokio und die Schäfer der Welt“. 

Wer weniger sehen als vielmehr hören möchte, dem bietet das Programm der ISEA in Duisburg ausgewählte Höhepunkte aus dem HörspielWerkstatt-Programm des Deutschlandradios – so unter anderem „My father, the sea“ von Wolfgang Peter Menzel, das im Maschinenraum des Museumsschiffes Oskar Huber zu hören sein wird. Neben Hörspielkunst ist es der ISEA gelungen mit Charlemagne Palestine einen Musiker zu gewinnen, der der Orgel in St. Maximilian neue Töne entlocken wird. „Strumming“ nennt sich die Technik, die Palestine zur Erzeugung seiner 'resonant music' verwendet – schnelles Anschlagen der Orgeltastaturen erzeugen Klangschichtungen, die eine hypnotische Wirkung ausüben können. 

Vier Stunden Zeit nehmen sollte man sich dann für ein besonderes Highlight: „Welt am Draht“, der 1973 gedrehte Film von Rainer Werner Fassbinder wird im Lokal Harmonie gezeigt. Der Film, der die Hollywoodproduktionen „Matrix“ oder „13th Floor“ vorwegnimmt, war lange Zeit wegen rechtlichen Unklarheiten nicht auf DVD erhältlich. Die ISEA zeigt den Film in zwei Teilen mit englischen Untertiteln. 

Am Abend werden die Duisburger dann Teil der Lichtkunstinstallation „Reale Formulierungen“ von Siegrun Appelt. Als Stadt hat sich Duisburg der Kunst im öffentlichen Raum verschrieben – zuletzt deutlich sichtbar mit der Installation des David vor dem Lehmbruck-Museum – und mit der Künstlerin Siegrun Appelt möchte man die Mühlenweide als Ort in das Bewußtsein der Bürger rücken. Drei lichtstarke Schweinwerfer – 4000 bis 6000 Watt – werden am Abend des 28. Augusts Landmarkierungen der Mühlenweide in Szene setzen. Durch das extrem helle Licht wird ein sehr surrealer Raum entstehen, der sich durch das Licht verändern wird. Von der Brücke aus würde man auf das Gelände herabblicken können. Das Licht wird dabei den Raum verändern, eine emotionalphysische Wahrnehmung in Szene setzen. Dabei werden die Scheinwerfer weder per Hand noch durch den Zufall gesteuert werden. „Ein rein interaktives Programm wäre mir zu banal“, betont die Künstlerin Siegrun Appelt. Deswegen wird eine Programmschleife programmiert werden, etwa 20 bis 30 Minuten lang. Start der Installation ist 22:00 Uhr – das Ende wird etwa gegen 03:00 Uhr sein.

Projektleitung / Medien: C. Müller-Girod
Text C. Spließ

 

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stillleben ruhrschnellweg

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Still-Leben: Sommerfest auf der A40 

Vom Hubschrauber aus, so Hannelore Kraft, sei der Ausblick wirklich einmalig gewesen. Zusammen mit Fritz Pleitgen, Oliver Scheytt und dem NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger – laut seiner Aussage war dies sein erster Arbeitstag – eröffnete die NRW-Ministerpräsidentin die Mobilitätsspur.

Nach einem runtergezählten Countdown setzten sich die Fahrradfahrer und Skater dann in Bewegung – und erlebten auch heute das, was die A40 im Alltag oft und gerne auszeichnet: Den Stau. Doch irgendwie nahm man das heute gelassener hin als sonst. Schließlich gab es von der Bühne Duisburg-Häfen erst entspannende Klänge mit Trionova, dann gab Kai-Magnus Sting zusammen mit den Philharmonixx Gas. Bei diesen Klängen wartete man dann doch offenbar gerne. 

Ein Volksfest war es – die sonst so ungeliebte A40 mal wörtlich mit den Füßen treten zu dürfen anstatt sonst nur das Gaspedal, das war etwas was sich heute keiner nehmen lassen mochte. Ob jung oder alt, man schlenderte an den Tischen vorbei, sah sich das Angebot an – die Partylifter-Aktion für die Loveparade, die Monopoly-Ausgabe von Duisburg, die Seed-Bombs, in denen Pflanzensamen, Erde und Wasser enthalten war und die man als Guerilla-Gärtner auf die Randstreifen der A40 werfen konnte. Das Rikscha-Angebot wurden rege genutzt. Das Programm an diesem Tag war so vielfältig und bunt wie es der Alltag der Ruhris selbst ist. 

Was bleibt ist das Staunen – das Staunen darüber, dass aus einer „Schnapsidee“ ein Event geworden ist, dass für die Kulturhauptstadt in einem anderen Licht zeigte. Dass es friedlich zuging bei diesem Event, es gab weniger Unfälle als man erwartet hatte. Staunen auch über das, was man sonst im Vorbeifliegen mit dem Auto wahrnimmt: wie lange man doch braucht um eine Ausfahrt zu erreichen. Wann man denn wieder auf die Autobahn könne, fragte ein Kind seinen Vater. Dessen Antwort: „Vielleicht in hundert Jahren.“ Nach diesem friedlichem und bilderstarkem Signal für die Zusammenkunft des Ruhrgebiets könnte es allerdings weitaus eher passieren, dass es wieder heißt: „Still-Leben – Ein Tag auf der A40“.

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Tausende von Menschen versammelten sich am 05.06.2010 bei strahlendem Sonnenschein auf dem König-Heinrich-Platz in Duisburg um dem "!Sing Day of Song Event", im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 und den Duisburger Akzenten, beizuwohnen und mitzuwirken. Organisatorin Kornelia Kerth-Jan hat im Vorfeld über ein Jahr geplant und mit den Chören aus verschiedenen Nationen kommuniziert, um diese Großveranstaltung zu ermöglichen.

Zu Gast waren der Philharmonische Chor, der Opernchor und der Chor der Freien Kantorei Duisburg, der Männerchor Quartettverein Frohsinn1945, The voices und der Partnerchor Junge Stimmen PERM, der türkische Chor Yurdun Sesi- Stimmen der Heimat, der Stattchor, die Young Voices- der Chor der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule und der Chorder GGS
Tonstraße. "Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können. Sogar das Wetter hat mitgespielt" sagte Kerth-Jahn, die trotz erkennbarer Erschöpfung Freudensprünge machte.

Nach dem Steiger Lied und dem Ruhr 2010 Song von Herbert Grönemeyer stimmten die Chöre einen Kanon an, bei dem das faszinierte Publikum zu zu einem riesigen Chor vereint wurde.

Mehr Infos unter: http://www.du2010.de/projekte/sing-day-of-song

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Das rote Licht des Mondes – Spannende Literatour-Zeitreise 

Eigentlich ist es ein sonniger Vormittag auf dem Friedhof an der Eisenbahnstraße in Ruhrort. Doch in Wahrheit befinden sich die Zuschauer mitten in einem nebeligen Novemberabend des Jahres 1854 – und sind kurz dabei Zeugen eines grausamen Fundes zu werden...

Entdeckt werden die zwei Kinderleichen, denen man das Herz herausgeschnitten hat, von Lina Kaufmeister. Diese ist eigentlich im falschen Jahrhundert geboren: Sie träumt von einer eigenen Wohnung, einem eigenständigen Leben und vor allem hat sie es bisher vermieden verheiratet zu werden. Alles Dinge, die einer jungen Frau in dieser Zeit so gar nicht anstehen findet ihr Vormund, vor dem sie schließlich kurzerhand ins Haus Dahlmann flieht. Dort logiert auch der Kommissar, der den Fall des Ruhrort-Mörders untersucht: Robert Borghoff. Während der Bürgermeister in Ruhrort versucht, die Mordfälle so diskret wie möglich zu behandeln – und froh ist, als sich ein vermeintlich Schuldiger gefunden hat – werden Lina und Robert in die Abgründe der vornehmen Gesellschaft Ruhrorts schauen. Entdecken werden sie dabei nicht nur das Grauen sondern auch die Liebe. Wer sich auf das Abenteuer im Ruhrort des Jahres 1854 einlässt muss zwei Dinge mitnehmen: Ausdauer und Zeit. Denn das Schauspielerensemble Petra Jebavy, Silke Roca, Peter G. Dirmeier und Georg Lennarz führen einen im wahrsten Sinne des Wortes durch die Handlung des historischen Krimis. Es ist eine intensive Art des Theaters, die von den Darstellern hautnah zum Erlebnis gemacht wird. Vom Friedhof in Ruhrort geht es ins Lokal Harmonie, in den Kirchgarten von St. Maximilian, ungleiche Treppen führen hinab in die Kellergebäude – nur einige der Spielorte, die vom Zuschauer erfahren werden. Etwa drei Stunden lang liefert das Ensemble eine beeindruckende Gesamtleistung, eng verzahnt sind die Akteure aufeinanderabgestimmt und die Chemie zwischen dem schneidigen Borghoff Lennarz, dem quirligem und ironischem Erzähler
Peter G. Dirmeier, der aufrechten Linas Petra Jebavys und die vielseitige in etlichen Rollen glänzende Silke Roca stimmt einfach. Die Szenen des Romans werden einerseits direkt zum Leben erweckt, man wird zum Augenzeugen und Mitwisser – andererseits steht auch immer wieder das Wort an sich im Mittelpunkt wenn aus dem Roman Szenen vorgelesen werden. 

Es ist eine faszinierende Reise – man erfährt eine Menge über die Geschichte von Ruhrort selbst, dann erzählt „Das rote Licht des Mondes“ eine Krimigeschichte bei der nicht alles so ist wie es scheint. Da nur an die 25 Personen auf diese Zeitreise gehen können sollte man am Besten vorbestellen. Die Inszenierung von Olaf Reifegerste zu verpassen kann man sich einfach nicht leisten.

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La Fura Dels Baus: Global Rheingold – neue Wege, neue Bahnen 

Metallische Donnerschläge hallen über die Mercatorinsel während im Hintergrund das Ursprungs-Es aus Wagners Vorspiel zum Ring des Nibelungen zu hören ist. Eine akribische Theater-Umsetzung des Rheingolds wird man an diesem Abend nicht zu sehen bekommen – denn La Fura Dels Baus nehmen den Rhein als Impulsgeber für eine atemberaubende Inszenierung zum Thema Zukunft. 

Es sind die Nibelungen, die in weißen Anzügen zu Beginn des Stückes zu hören sind, die im Untergrund an ihren Kunstwerken arbeiten. Doch ihr Alberich entspringt nicht dem Rhein sondern schwebt mit Flügeln versehen über ihnen bevor die Rheintöchter ihren Auftritt haben. Später werden wir noch die Warnung Erdas an Wotan hören dass der Ring kein Heil bringen wird und zum Schluss der Inszenierung das Finale. Doch die meterhohen Figuren, die auf dem Schiff und am Ufer zu sehen sind sind keineswegs Wagners Riesen. Es ist Gerhard Kremer Mercator, der der weiblichen Figur namens Concordia gegenübertritt. Diese ist halb wie Erda in der Erde versunken, wartet auf den Tod. Denn die Zeit in der Kohle und Stahl und Eisen sie geprägt haben sind lange vorbei. Nur noch Vergessenheit möchte Concordia, die Verkörperung Duisburgs, die im Ruhrpott-Dialekt Mercator antwortet. 

Doch Aufgeben ist seine Sache nicht. So beschwört er mit Worten, Bildern und Musik Concordia endlich aufzuwachen. Er zeigt ihr mit Rückgriffen auf die Entstehung der Erde die mögliche Zukunft, erweitert Concordias Horizont – und als Zusschauer ist man gebannt von der Inszenierung, deren Lichtchoreographie der Geschichte ihren eigenen Reiz gibt. Noch gebannter ist man, wenn man sieht wie scheinbar schwerelos die Künstler und ihre Helfer an den Sicherheitsleine n die Episoden erzählen. Das perfekte Wechselspiel zwischen Licht, Projektionen und Aktionen. El Fura Dels Baus haben sich mit der Stadt Duisburg beschäftigt, kennen ihre Probleme – das Wegsterben der Zechen, das Wegbrechen der Industrie. Ihre Antwort: Neue Zeiten brauchen neue Wege. Die Hoffnung, die Mercator aus der Vergangenheit mitbringt befähigt Concordia schließlich aufzustehen und ihren Weg durch die Menge der Zuschauer zu gehen. 

Die stringente Erzählweise verliert sich dann ab diesem Augenblick und es ist eher ein Bilderassoziationsstrom, der den Schwerpunkt auf das Neue, das Anbrechende und Hereinbrechende legt. So zitieren El Fura Del Baus nicht nur Heinrich Heines „Loreley“ sondern auch Zeilen aus der Persephone-Kantate von Steve Pogson, die in Duisburg 2008 aufgeführt wurde – der Wechsel der Jahreszeiten, das Veränderliche der Welt und die Mahnung, dass man mit dieser Welt besonders vorsichtig umgehen muss münden schließlich in das Finale des Rheingolds. Die Regenbogenbrücke ist als Feuerwerk umgesetzt – die Verheißung einer neuen strahlenden Zukunft ist allerdings durch das, was in Wagners Musik angekündigt ist alles andere als das glückliche Ende. Doch dieses wird von der Theatergruppe umgedeutet: Hier ist nichts verflucht oder mit schweren Vorzeichen bedeckt. Stattdessen sind die Möglichkeiten des Hafens der Kulturhauptstadt vielleicht noch gar nicht richtig ausgelotet worden – neue Wege und neue Antworten müssen auf die neuen Fragen gefunden werden betont die Theatergruppe. Man wird sehen ob das Kulturhauptstadtjahr und die Duisburger Akzente nicht auch dazu beitragen können, dass Duisburg sich zu neuen Taten und Dingen inspirieren lässt. 


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Noch Fragen?

Olaf Metzel (1952 in Berlin geboren) hatte nicht die Absicht etwas Langweiliges zu wiederholen als er zusagte, für das Ruhrgebiet tätig zu werden. Auch wenn es anders kam, als es sich so mancher vorstellte oder Zitat „die Polizei erlaubt“ - Metzel möchte die Region mit den Möglichkeiten des Künstlers von Außen, also im im klassischen Sinne und spontan verstehen „Ein Künstler hat mehr fragen als Antworten“. Seine ausgestellten Werke die aus Skulpturen, Rauminstallationen und einer Auswahl von Zeichnungen bestehen, sind eine Synergie aus älteren und neuen, speziell für diese Ausstellung angefertigten, Rauminstallationen, die unter dem Titel „Noch Fragen?“ in dieser Zusammenstellung einmalig sind und vom 26. Februar bis zum 24. Mai im Museum Küppersmühle und dem Lehmbruckmuseum ausgestellt werden.
Es geht um Aggression, Ästhetik der Gewalt, Medien, Sport und dem immer knapper werdenden Rohstoff Bildung. Beispiele für die punktgenaue, sozial kritische Erfassung und künstlerische Auseinandersetzung mit Zeitgeist und Ruhr2010, sind die Rauminstallation „ichhasseschule“, die Auseinandersetzung mit Medien, in Form von zusammengeknüllten, an einen Müllhaufen erinnernde, Bildzeitungen in Plastik gehüllt, oder seinem vor kurzem erschaffenes Werk Hartz IV wird 5.  
Olaf Metzel schafft es ohne Worte, Begriffen wie Ruhr2010 und Kulturhauptstadt ein starkes Gewicht zu verleihen. Unbedingt ansehen.

„Mapping the Region“ ist das Thema des gemeinsamen Ausstellungsprojekts der RuhrKunstMuseen anlässlich der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Das Museum Küppersmühle präsentiert unter dem Titel „Mapping the Region – Olaf Metzel. Noch Fragen?“ 

26. Februar - 24. Mai 2010
Eröffnung: 25. Februar 2010,
19.00 Uhr durch Fritz Pleitgen 
Kurator: Matthias Winzen 

 

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About

Christoph Müller-Girod ist Social Manager, New Media Producer und Photographer.
Im Fokus seiner Arbeit stehen Kommunikationskonzepte, Aufbau von Communities und Vermarktung von Kunst- und Kulturinstitutionen in Sozialen Netzwerken.
http://bit.ly/cmgmedia

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