finale ruhr.2010

Finale_ruhr
Hafen der Kulturhauptstadt verabschiedet sich mit ITHAKA Ithaka: Die alte Heimat, die für Odysseus nach knapp 10jährigen Reise durch die Welt und nach den Abenteurern doch wieder neu ist. Zusammen mit dem Tim Isfort Orchester flocht Erzähler Christian Brückner vereint mit den Illuminationen eine Geschichte, die Abschied und Aufbruch zugleich in sich vereinigte.

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Licht und Nebel wandern über den Innenhafen, untermalen die Geschichte des Jünglings, dessen Dorf nach einem Erdbeben zerstört ist und dessen Toten nicht begraben werden können. Denn es mangelt an Blumen und eine Bestattung ohne Blumen, eine Verwandlung ohne Heiterkeit ist nicht möglich. Das Märchen des Jünglings, das vom Tim Isfort Orchester begleitet wird, hat auf den ersten Blick nichts mit dem Mythos von Odysseus zu tun. Ebensowenig wie die Musik des Orchesters während der Performance klassisch klingt – gekonnt changiert das Orchester zwischen Free-Jazz-Elementen, experimentellen Blockflötenklängen, harmonischen Streicherepisoden. Die Musik kommentiert die Geschichte zwar, lässt aber auch Raum genug für die Bilder, die im Kopf des Zuschauers geschehen.

Jüngling und Odysseus – beide Charaktere erleben eine Reise, die eine Anfangspunkt und einen Endpunkt hat und hier findet sich das zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört. Während der Jüngling aber von Vogelschwingen fortgetragen wird, ist Odysseus mit seinem Schiff und seiner Mannschaft auf dem Meer unterwegs gewesen um am Ende in den sicheren Hafen zu kommen. Der Gedanke des Abschieds hallt in der Musik der Performance zum Ende wieder: „Komm, Trost der Welt“ von Eichendorff in der Vertonung von Christian Lahusen fasst die melancholische Schwere des Abschieds zusammen. Mehrmals ertönt die Hauptmelodie, fließt über den Innenhafen hinweg und immer wieder wird sie neu begleitet. Manchmal melodisch, dann aber auch wieder mit Irritationen und feinen Disharmonien. Ob der sichere Hafen erreicht ist, steht noch auf der Kippe. Das ändert sich erst wenn die Gesangsstimme dazukommt.

Eichendorffs zutiefst romantischer Text unterstreicht den poetischen Gehalt der Performance: Der wandermüde Schiffer singt Gott sein Abendlied über das Meer hinweg. Der Zielpunkt ist erreicht und so fließt die von Christian Brückner zitierte Stelle aus dem 23. Gesang der Odyssee schlussendlich ein in die Abschiedsstimmung des Abends: „Zuletzt wird außer dem Meere Kommen der Tod und mich, von hohem, behaglichem Alter Aufgelöseten, sanft hinnehmen, wann ringsum die Völker Froh und glücklich sind“.

 

Medien: Christoph Müller-Girod
Autor: Christian Spließ 

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stillleben programmvorschau

Fritzpleitgen

Das Ruhrgebiet, unendliche Weiten.

Nach einem halben Dutzend Pressekonferenzen in den letzten zwei Wochen, 2885 Beiträgen, die sich ausgiebig mit dem Projekt Still- Leben Ruhrschnellweg im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 auseinandersetzen und hunderter akkreditierter internationaler Journalisten, wird ein Umstand sehr deutlich - für das schönste Straßentheater der Welt ist kein Superlativ ausreichend. Die Einmaligkeit der längsten Kulturtafel der Welt, die unbeschreibliche Vielfältigkeit der Events, welche von einem Klavier auf der Autobahn über Fallschirmspringer auf dem Standstreifen bis zum Speeddating neben der Leitplanke reicht und über eine Millionen erwartete Besucher, verwandeln die Hauptschlagader des Ruhrgebiets am Sonntag, den 18. Juli in ein historisches Ereignis.


Von 11:00 - 17:00 Uhr wird die A40 zwischen Duisburg und Dortmund auf einer Länge von 60 km in beide Fahrtrichtungen gesperrt und den kreativen Teilnehmer zur Verfügung gestellt, die an 20000 Tischen, ein buntes Programm anbieten, dass seines Gleichen sucht - Fußball, Film, Geburtstage, Hochzeiten, Familientreffen, Bands, Rekordversuche, Konzerte und Bräuche aus aller Welt werden jeden überraschen, der Lust hat die wichtigste Verbindung der Region aus einer anderen, völlig neuen Perspektive zu erleben.


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stillleben pressekonferenz

Still- Leben Ruhrschnellweg A40/B1: Logistische Generalprobe

Eine logistische Meisterleistung wird es werden, wenn am 18. Juli auf dem Ruhrschnellweg die Metropole Ruhr zum Stillleben-Projekt einlädt. Auf 60 Kilometern wird dann die A 40 zur längsten Tafel der Welt. Damit bei dem Aufbau auch wirklich absolut nichts schief geht wurde in der Nacht vom 15. zum 16. Mai erstmal in einem kleinerem Ausmaß der logistische Ablauf geübt. Doch auch der hatte es schon in sich: Ein Testkilometer Autobahn auf der A540 in Jülich war mit 400 Tischen und 800 Bänken zu bestücken. Über Nacht. In Echtzeit. Ohne Netz und doppelten Boden, denn es gab nur diesen einen Versuch. Doch nicht nur die Tische und Bänke waren aufzustellen, Sicherheitsabstände mussten vermessen werden, sanitäre Anlagen und Mülleimer mussten in Position gebracht werden. Letztendlich aber klappte alles wie am Schnürchen.

Mehr als 22.000 Tische und 44.000 Bänke werden es am 18. Juli sein. Ein gigantisches Projekt, das die Macher der Kulturhauptstadt organisieren müssen. Die Erfahrungen der Generalprobe werden dazu dienen den Ablauf des Events noch besser zu machen.

Am 18. Juli wird dann die Metropole ihre kulturelle Vielfältigkeit unter Beweis stellten. 300000 Radfahrer, 1000 Skater, Skat- Vereine und Abgesandte der Städte die sich zusammen mit dem Essen für die Kulturhauptstadt 2010 bewarben, werden beim Projekt anwesend sein. Die Spannbreite reicht dabei vom Drachenboot Team vom Betriebssport Verein ThyssenKrupp Stahl über das Jazz Duo „Jazzy Jazz“, das Jazz-Standards mit Trompete und Harfe spielen wird bis zur Studiobühne Düsseldorf das reiche Kulturspektrum der Region sichtbar.

Ab dem 17. Mai gibt es die letzte Gelegenheit bei der längsten Tafel der Welt dabei zu sein. Alle Interessierten können dann gemäß des Mottos „Der Tisch ist die Bühne“ ihre Gruppe, ihr Hobby oder ihren Verein vorstellen. 5000 Tischtickets sind für die letzte Tischvergabephase freigegeben. Zu bekommen an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter unter www.ruhr2010.de/still-leben. Eine Vorabanmeldung ist nicht erforderlich, aber es wird darum gebeten einen kurzen Beitrag über das Programm zu verfassen.

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About

Christoph Müller-Girod ist Social Manager, New Media Producer und Photographer.
Im Fokus seiner Arbeit stehen Kommunikationskonzepte, Aufbau von Communities und Vermarktung von Kunst- und Kulturinstitutionen in Sozialen Netzwerken.
http://bit.ly/cmgmedia

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